Dynamische Agroforstwirtschaft ist nicht nur ökologisch nachhaltig, sondern trägt auch dazu bei, die Lebensgrundlage der Bäuerinnen und Bauern zu verbessern.
Quelle: Halba
Die aktuelle Kakaokrise zeigt deutlich, wie der Klimawandel und die damit verbundenen Ernteausfälle sowie volatile Märkte die globale Landwirtschaft vor wachsende Herausforderungen stellen. Die Versorgung mit hochwertigen Rohstoffen wird zunehmend unsicherer. Die Antwort der Schokoladen-, Snack-, Back- und Kochzutaten-Herstellerin Halba, die zur Coop-Gruppe gehört? Sie fördert mit der Dynamischen Agroforstwirtschaft (DAF) einen langfristigen Lösungsansatz, wie das Unternehmen mitteilt. Dieser Ansatz vereine sozialverantwortlichen Handel mit umweltbewusstem Anbau und habe sich bei Halba als vielversprechendes Modell bewährt, das hochwertige Rohstoffe für die Lebensmittelbranche sichert.
Natürliche Wälder als Vorbilder
Im Gegensatz zur Monokultur basiert DAF auf einem Mischanbauprinzip, das sich an natürlichen Waldstrukturen orientiert. So wird beispielsweise Kakao zusammen mit Edelholzbäumen, Frucht- und Gemüsepflanzen wie Mango, Bananen, Maniok oder Mais kultiviert. Die Pflanzenarten unterstützen sich gegenseitig: Schattenbäume verbessern das Mikroklima, organisches Material bleibt auf dem Boden liegen und fördert die Bodenfruchtbarkeit, während die Vielfalt der Kulturen den Krankheitsdruck reduziert und die Resilienz erhöht.
Gleichzeitig erhöht sich die Produktivität, was direkt zu besseren Erträgen und einer wirtschaftlichen Absicherung der Bäuerinnen und Bauern beiträgt. Die Erzeugnisse der Nutzpflanzen sorgen für Zusatzeinkommen auf lokalen Märkten und bieten die Möglichkeit zur Selbstversorgung und leisten einen wichtigen Beitrag zur Ernährungssicherung. Der Edelholzanbau dient zudem der Altersvorsorge für die Bäuerinnen und Bauern.
DAF-Projekte in sieben Ländern
Seit 2015 setzt Halba DAF-Projekte in sieben Ländern um: Honduras, Ecuador, Dominikanische Republik, Burkina Faso, Côte d’Ivoire, Ghana und Madagaskar. Heute bauen 2270 Bäuerinnen und Bauern auf insgesamt 1676 Hektar nach dem DAF-Prinzip an. Damit die komplexen Systeme erfolgreich funktionieren, bildet Halba Fachkräfte vor Ort aus. Aktuell unterstützen 97 ausgebildete Agroforsttrainern die Umsetzung und Betreuung der Anbauflächen. Gemeinsam mit Partnern wie Ecotop und lokalen Kooperativen wird in mehrjährigen Programmen praxisnahes Know-how vermittelt, wie Halba schreibt.
Der Nutzen dieser Pionierarbeit werde für die Konsumentinnen und Konsumenten direkt im Regal sichtbar. So wird der nachhaltig angebaute Kakao zum Beispiel für Schokoladen von Coop Naturaplan verwendet. Die Dynamische Agroforstwirtschaft beschränkt sich nicht auf Kakaopflanzungen. Auch für den Anbau von Cashews und Mangos in Burkina Faso und für Kokospalmen in Côte d’Ivoire bewährt sich in den Lieferketten von Halba die Methode des Mischanbaus. Zudem prüft Halba die Einführung von DAF im Haselnussanbau.
Die nachhaltigste Schokoladenherstellerin der Schweiz
Halba will den Anteil von Rohstoffen aus Dynamischem Agroforst kontinuierlich zu erhöhen. Damit stärkt das Unternehmen laut eigenen Angaben die Ökosysteme in den Ursprungsländern, verbessert die Lebensgrundlage der Bäuerinnen und Bauern und ermöglicht es, ihren Kunden und den Konsumentinnen auch in Zukunft nachhaltige Produkte wie Schokolade, getrocknete Früchte und Nüsse anzubieten.
Die Halba fühlt sich mit ihrem Engagement auf dem richtigen Weg. So kürte das unabhängige und internationale Ranking der Chocolate Scorecard Halba 2025 zur nachhaltigsten Schokoladenherstellerin der Schweiz und zur weltweiten Nummer zwei.
Weitere Infos im Nachhaltigkeitsbericht 2024 von Halba: https://sustainabilityreport.halba.ch/de/2024.htm