Ein US-Gericht sieht es nicht als erwiesen an, dass der Konsum von hochverarbeiteten Lebensmitteln zu Krankheiten wie Diabetes-2 führt.
Kraft Heinz, Mondelez, Coca-Cola, PepsiCo, Nestlé, General Mills, Mars und weitere Lebensmittelkonzerne können aufatmen. Sie haben vor Gericht einen wichtigen Etappensieg errungen. Eine Bundesrichterin wies eine Klage ab, die den Herstellern vorwarf, mit Marketingkampagnen gezielt vor allem jungen Konsumenten anzusprechen, um ihnen hochverarbeitete Produkte zu verkaufen, die süchtig machten. Der Kläger, der 19-jährige Bryce Martinez, konnte nach Ansicht des Gerichts keinen klaren Zusammenhang zwischen seinen Erkrankungen – Typ-2-Diabetes und Fettleber – und konkreten Produkten der Konzerne darlegen, wie die Nachrichtenagentur
Reuters berichtet.
Der Fall galt als Test für mögliche Sammelklagen gegen die Lebensmittelindustrie, ähnlich wie einst gegen die Tabakbranche. Martinez’ Anwalt kündigte an, weitere rechtliche Schritte zu prüfen. «Die wissenschaftlichen Beweise für die Suchtgefahr dieser Produkte sind überzeugend», wird er von Reuters zitiert.
Die betroffenen Unternehmen gaben zunächst keine Stellungnahme ab. Die Branchenorganisation Consumer Brands Association begrüsste das Urteil: Eine Klassifizierung von Lebensmitteln als ungesund allein aufgrund ihrer Verarbeitung sei irreführend.
Das Thema gewinnt in den USA an Brisanz: Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. hat angekündigt, die Auswirkungen von ultra-verarbeiteten Lebensmitteln stärker in den Fokus von Forschung und Regulierung zu stellen.