Die Recyclingkapazitäten für Kunststoff nehmen in der EU ab.
Quelle: Symbolbild Sha Zou/Unsplash
Europas Plastikrecycler schlagen Alarm: Die europäische Kunststoffrecyclingindustrie stehe vor dem Zusammenbruch, schreibt der Verband Plastics Recyclers Europe in einer Mitteilung. Es gebe in der Branche eine «Welle von Betriebsschliessungen». Der Rückgang der Produktions- und Recyclingkapazitäten gefährde das Überleben der ganzen Branche.
Die Gründe für die Schliessungen: Der Import von billigem Rezyklat sei gestiegen, entsprechend nehme die Nachfrage nach Rezyklat aus der EU ab. Zudem leide die Industrie unter wirtschaftlichem Druck und übermässiger Bürokratie, schreibt der Verband. Bis Ende Jahr könnte in der EU verglichen mit 2023 fast eine Million Tonnen Recyclingkapazität verloren gehen. Besonders stark betroffen sind demnach die Niederlande, Deutschland und das Vereinigte Königreich.
Der Verband fordert politische Massnahmen, um den Binnenmarkt und -handel mit Kunststoffrezyklaten zu schützen. Zudem bräuchten die Unternehmen Zugang zu kostengünstiger, sauberer Energie und bürokratische Entlastung. Gefordert werden auch eine Verschärfung der Zollkontrollen und die Einführung gezielter Investitionsanreize.
Der Zusammenbruch des europäischen Kunststoffrecyclingsektors würde die Erreichung der Klimaziele der EU sowie ihre langfristige Wettbewerbsfähigkeit gefährden, warnt der Verband.