Der Gruyère leidet besonders unter den hohen US-Zöllen.
Quelle: Symbolbild mos
Mit elf Millionen Franken sollen Exporte von jeweils 2000 Tonnen Butter und Rahm ermöglicht werden, wie die Branchenorganisation am Montag mitteilte. Dazu kommen fünf Millionen Franken für die Exportförderung von Schokolade und anderen milchhaltigen Nahrungsmitteln. Als Absatzmärkte stünden Länder aus dem Nahen Osten im Vordergrund. «EU-Länder kommen kaum in Frage, weil diese Milchexporte aus der Schweiz mit hohen Zöllen belasten», sagte BO-Milch-Geschäftsführer Stefan Kohler auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA.
Die Unterstützungsgelder seien in erster Linie für diejenigen Bauern gedacht, die bereit seien, den entstehenden Überschuss als niedrigpreisige C-Milch auf den Markt zu bringen, sagte Kohler weiter. Damit werde erstmals seit 2018 wieder mit C-Milch gehandelt. Im Gegensatz zu früheren Phasen erfolgt laut BOM eine hohe indirekte Stützung der C-Milch im Umfang von rund 18 Rappenpro Kilogramm Milch. So werde hier ein Preisniveau erreicht wird, das «sehr nahe» am Preis für Milch für das B-Segment liege, heisst es in der Mitteilung.
Die Lieferung von C-Milch bleibt für die Produzenten freiwillig, betont die BOM. Jedem Produzenten stehe es frei, anstelle von C-Milch seine Produktion um diese Menge zu kürzen. Erstmilchkäufer ohne Möglichkeit für C-Milch – wie die Elsa Group SA - haben der BO Milch zugesichert, dass sie ebenfalls zeitlich beschränkt vergleichbare Massnahmen zur Entlastung des Milchmarkts ergreifen.
Betroffen sind vor allem Käsesorten
Die Milchwirtschaft ist eine der Branchen, die wegen den hohen US-Zöllen von 39 Prozent auf Schweizer Exportprodukte in Bedrängnis geraten sind. Betroffen sind in erster Linie Käseprodukte - namentlich Gruyère und das Exportprodukt Switzerland Swiss - und Schokolade. Gefährdet sei ein grosser Teil der rund 100 Millionen Kilogramm Milch, der bislang so verarbeitet in die USA exportiert worden seien.
Die Stützungsmassnahmen zur Marktstabilisierung sind auf die Periode von Oktober 2025 bis Juni 2026 befristet. Die Eingriffe der USA in den Markt werde mittel- bis längerfristig Spuren in der Milchproduktion hinterlassen, erklärte Kohler. Auch wenn die USA die Zölle dereinst wieder absenken würden, werde es nicht einfach sein, verlorene Marktanteile zurückzugewinnen.
Richtpreis bleibt unverändert
Der Vorstand hat zudem entschieden, den A-Richtpreis für Molkereimilch unverändert bei 82 Rp./kg zu belassen. Die letzte Preisanpassung erfolgte per 1. Juli 2024. Damals wurde der Richtpreis um 3 Rappen angehoben