Molkerei-Ranking: Lactalis weiterhin an der Spitze
Weltweit stieg der Umsatz der Molkereiunternehmen im letzten Jahr moderat an. Die französische Lactalis steht immer noch an der Spitze im globalen Molkerei-Ranking.
Laut dem neuesten «Global Dairy Top 20»-Bericht von Rabobank steht die Molkereiindustrie vor einem tiefgreifenden Wandel. Erwartete Fusionen und Übernahmen (M&A) dürften die Wettbewerbslandschaft neu gestalten, weshalb sich Hersteller auf eine neue Marktphase einstellen sollten. Insgesamt stellt der Bericht ein moderates Wachstum der Branche fest. So stieg der gemeinsame Umsatz der führenden Unternehmen 2024 um 0,6 % und soll 2025 um weitere 0,5 % wachsen. Für 2026 werden jedoch grössere Umbrüche erwartet, da anstehende Fusions- oder Übernahme-Aktivitäten die Rangliste und die Wettbewerbsdynamik verändern könnten.
Die Wachstumsfaktoren sind weiterhin die Konsumentennachfrage mit den Treibern, Gesundheit, Qualität und Nachhaltigkeit. Funktionale Milchprodukte, Bio-Optionen und pflanzliche Alternativen. Die wirtschaftlichen Belastungen stellen die globalen Unsicherheiten, die Inflation und die Lieferkettenprobleme dar. Selbstverständlich beeinflussen Produktionskosten und Preisstrategien der Hersteller die Wirtschaftlichkeit der Molkereiunternehmen.
Acht Unternehmen haben laut dem Bericht in diesem Jahr ihre Positionen im Ranking getauscht – ein Zeichen für den intensiven Wettbewerb und strategische Neuausrichtungen in der Branche, wie foodbev.com feststellt.
Top 10 der globalen Molkereiunternehmen laut Rabobank 2025
Lactalis (Frankreich) – 31,9 Milliarden USD
Lactalis festigt seine Spitzenposition durch gezielte Übernahmen, u.a. Cremora (Nestlé, Südafrika), General Mills’ Joghurtgeschäft in den USA (+1,5 Mrd. USD) sowie Fonterras Consumer-Sparte (2,3 Mrd. USD). Kürzlich hat der Konzern das Verbrauchergeschäft von Fonterra übernommen. Die Marke Baer mit der Weichkäserei in Küssnacht hat Lactalis im 2008 übernommen.
Nestlé (Schweiz) – 23,9 Milliarden USD
Nach der Ausgliederung von Froneri stagnieren die Molkerei-Umsätze bei rund 22 Mrd. EUR. Leichte Zuwächse gab es nur in China und Taiwan, während andere Regionen rückläufig waren.
Dairy Farmers of America (USA) – 23,0 Milliarden USD
Trotz leichtem Umsatzrückgang gegenüber 2022 bleibt DFA auf Rang drei. Die Entwicklung ist stark vom US-Milchpreis (22,55 USD/100 lbs) abhängig.
Danone (Frankreich) – 20,7 Milliarden USD
Nach dem Rückzug aus Russland und dem Verkauf von Horizon Organic erzielte Danone 4 % Umsatzplus im Molkereibereich – dank Preis- und Mengenzuwächsen sowie Fokus auf gesunde Produkte.
Yili (China) – 15,8 Milliarden USD
Trotz Nachfragerückgang und Überangebot legte Yili bei Milchpulver (+8 %) zu, während Flüssigmilch -12 % einbüsste.
Arla Foods (Dänemark) – 15,0 Milliarden USD
Arla wuchs leicht (+0,8 %) durch den Zukauf von Volacs Molke-Geschäft. Mit der angekündigten Fusion mit DMK entsteht Europas grösster Molkereikonzern (19 Mrd. EUR Umsatz). Arlas jüngste Investition in Bahrain und in die Frischkäseproduktion.
Fonterra (Neuseeland) – 14,7 Milliarden USD
Nach dem Verkauf der Consumer-Sparte konzentriert sich Fonterra auf Foodservice und Zutaten. Der Umsatzrückgang dürfte den Konzern nächstes Jahr auf Rang 10 drücken.
FrieslandCampina (Niederlande) – 14,0 Milliarden USD
Der Umsatz sank leicht (-0,5 %). Herausforderungen: Mitgliederrückhalt und Milchverfügbarkeit. Innovationen und Anpassungsfähigkeit bleiben entscheidend.
Saputo (Kanada) – 13,9 Milliarden USD
Saputo erzielte mit +8,4 % das höchste Umsatzwachstum. Alle Regionen legten zu – ausser Argentinien, wo die Währungslage belastete.
Mengniu (China) – 12,3 Milliarden USD
Mengniu verzeichnete Rückgänge in allen Kernsegmenten (Milch, Eiscreme, Milchpulver) – u.a. durch Überkapazitäten und Preisverfall. Der Fokus liegt auf Stabilisierung und Verbrauchertrends im ansonsten wachsenden Markt China.