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Barry Callebaut prüft Alternativen zum knappen Kakao

Der weltgrösste Schokoladenhersteller Barry Callebaut arbeitet an Ersatzstoffen für Kakao, um die Abhängigkeit vom teuren Rohstoff zu verringern.

Peter Feld, CEO von Barry Callebaut.

Quelle: zVg

Firmenchef Peter Feld sagte in einem Interview, der Konzern kooperiere mit Start-ups, die mithilfe von Präzisionsfermentation aus Sonnenblumenkernen Schokoladengeschmack herstellen.
Auch Kakao könne bereits künstlich in Bioreaktoren erzeugt werden, sagte der 60-jährige Manager der «Neuen Zürcher Zeitung» vom Donnerstag. «Solche Alternativen werden die Kakaobohne nicht ersetzen. Aber sie werden längerfristig einen erheblichen Teil des Marktes ausmachen», erklärte Feld.
Der Hintergrund ist der drastische Preisanstieg bei Kakaobohnen. Feld betonte, die Preise hätten im laufenden Geschäftsjahr um 63 Prozent angehoben werden müssen, allerdings sei das Absatzvolumen bei Barry Callebaut nur um 6,3 Prozent zurückgegangen.
Feld erinnerte daran, dass Schokolade in den vergangenen Jahrzehnten «viel zu billig verkauft worden» sei, und dass es richtig sei, für das «hochwertige Naturprodukt» mehr zu bezahlen. Trotz höherer Preise blieb die Nachfrage der Konsumenten weitgehend stabil. Viele gönnten sich «erst recht das kleine Stück Schokolade», so Feld.
Klima sorgt für Preisschübe
Die Preisschübe haben ihre Ursachen vor allem in klimabedingt schlechten Ernten in Westafrika. Laut Feld führte der Klimawandel dazu, dass Regen nicht mehr gleichmässig falle, sondern in heftigen Schüben komme, während zugleich längere Trockenperioden die Plantagen belasteten. Hinzu komme ein überalterter Baumbestand, weil Regierungen vor Jahren neue Anpflanzungen verboten hätten.
Um unabhängiger vom Kakao zu werden, passt Barry Callebaut auch sein Geschäftsmodell an. Der Konzern will künftig mehr Kakaopulver in eigene Schokoladenlösungen einbinden, etwa in Compound-Produkte mit zusätzlichen Fetten oder Früchten. «Derzeit verkaufen wir mehr als 80 Prozent unseres Kakaopulvers an Dritte. Künftig wollen wir es stärker in unsere eigenen Schokoladenlösungen lenken, wo wir viel mehr Wertschöpfung haben.»

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