Zugelegt haben vor allem die Lebensmitteleinkäufe im Ausland.
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Der Einkaufstourismus in der Schweiz hat 2025 das Niveau von vor der Pandemie übertroffen. Gemäss der neuen Studie «Einkaufstourismus Schweiz 2025» des Instituts für Handelsmanagement der Universität St. Gallen gaben Schweizer Konsumenten insgesamt 9,2 Milliarden Franken im Ausland aus – ein Plus von 10 Prozent gegenüber 2022. Gemessen am Gesamtumsatz des Schweizer Detailhandels entsprechen diese 9,2 Milliarden rund 9 % aller Konsumausgaben. Der Online-Einkaufstourismus macht 1,6 Milliarden Franken der 9,2 Milliarden aus und ist wie der stationäre Einkaufstourismus um rund 10 Prozent gewachsen.
Haupttreiber des Wachstums im stationären Einkaufstourismus sind Lebensmitteleinkäufe, die um 800 Millionen auf 4 Milliarden Franken zulegten. Dafür sank der stationäre Einkaufstourismus bei Drogeriemarktartikeln, Kleidern und Einrichtungsgegenständen. Im Online-Einkaufstourismus legten hingegen Drogeriemarkt und Kleider zu.
72 % der Bevölkerung kaufen im Schnitt 5,1-mal pro Jahr im Ausland ein, vor allem in Konstanz, Pontarlier und Como. Im Durchschnitt geben Einkaufstouristen in stationären Geschäften 230 Franken pro Einkauf im Ausland aus und 188 Franken für Online-Einkäufe.
Die Studie zeigt zudem, dass Schweizer Einkaufstouristen die Preisvorteile deutlich überschätzen: Einkaufstouristen schätzen Waren in der Schweiz rund 66 % teurer ein als im grenznahen Ausland, der tatsächliche Preisunterschied in den fünf untersuchten Warengruppen liegt aber nur bei durchschnittlich 40 %.
Zu den möglichen Auswirkungen der Senkung der Zollfreigrenze von 300 auf 150 Franken, die seit Januar 2025 gilt, gibt es in der Studie nur Vermutungen. Danach könnte ein Rückgang bei der Zahl der Einkaufstouristen, die sich die Mehrwertsteuer zurückerstatten lassen, eine Folge davon sein. So lassen sich nur noch 42% aller Befragten die Mehrwertsteuer nach dem Einkauf im Ausland zurückerstatten. 2022 waren es noch 48%.