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Bäcker ärgern sich über günstiges Aldi-Brot

Mit Brot für 99 Rappen setzt Aldi Suisse neue Tiefpreis-Massstäbe. Bei den Schweizer Bäckern sorgt die Aktion für Empörung: Sie warnen vor ruinösem Preisdruck und dem Verlust von Qualität, Handwerk und Arbeitsplätzen.

Silvan Hotz, Präsident der Schweizer Bäcker-Confiseure und Inhaber der Bäckerei Hotz Rust.

Quelle: SBC

Aldi Suisse bietet ab sofort Halbweiss- und Ruchbrot à 500 Gramm für je 99 Rappen an (foodaktuell berichtete). «Bei Aldi Suisse gibt es das günstigste Brot der Schweiz», schreibt der Discounter in einer Mitteilung und erklärt, man wolle damit «gezielt alle Kundinnen und Kunden beim Haushaltsbudget entlasten».
Bei den Bäckereien sorgt die Aktion für heftige Reaktionen. «Ein Brot für 99 Rappen zu verkaufen, ist absolut absurd», wird Martin Mayer, Inhaber der Vuaillatbäckerei in Uster ZH, im «Blick» zitiert. Seine Mitarbeitenden seien nachts und am Wochenende im Einsatz. «Eigentlich müssten sie, wie andere Handwerker auch, 6000 bis 7000 Franken verdienen. Doch durch die Dumpingpreise der Grossverteiler lässt sich der wahre Wert unserer Arbeit kaum durchsetzen.»
Auch Silvan Hotz, Präsident des Verbands der Schweizer Bäcker-Confiseure SBC, und Inhaber der Bäckerei Hotz Rust in Baar ZG, kritisiert die Aktion scharf: «Ein fairer Preis für ein Pfund Brot liegt bei 4 Franken.» Tiefpreise wie bei Aldi seien wohl nur durch industrielle Produktion, kurze Teigführung und billige Rohstoffe möglich – auf Kosten von Frische und Qualität. Wenn es so weitergehe, würden die Konsumentinnen und Konsumenten nicht mehr in die gewerblichen Bäckereien kokmmen, dann könne man auch die Angestellten aus der Region nicht mehr beschäftigen.
Aldi erklärte gegenüber dem «Blick»,  die günstigen Brote und ihre Zutaten stammten «mehrheitlich» aus der Schweiz.
Der SBC betont, dass lokale Bäckereien ihre Brote noch vor Ort produzieren – mit Fachwissen, regionalen Zutaten und handwerklichem Einsatz. «Der notwendige Zeitaufwand, die personellen Kosten, die Rohstoffpreise – all dies schlägt sich verständlicherweise auf den Verkaufspreis nieder», wird SBC-Vizedirketorin Claudia Vernocchi zitiert.

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