BAFU: Seit 2017 wurde Foodwaste erst um 5 Prozent gesenkt
Bei einem Treffen mit der Lebensmittelbranche zog Bundesrat Albert Rösti heute Bilanz zum Aktionsplan gegen Lebensmittelverluste. Es gibt Fortschritte, aber das Ziel für 2025 wurde weit verfehlt.
Am 14. Oktober 2025 traf sich Bundesrat Albert Rösti in Bern mit Vertreterinnen und Vertretern der Lebensmittelbranche, um eine Zwischenbilanz zum nationalen Aktionsplan gegen Lebensmittelverluste zu ziehen. Ziel des 2022 lancierten Plans ist es, bis 2030 die Verluste entlang der gesamten Lebensmittelkette im Vergleich zu 2017 zu halbieren.
Zentrales Instrument ist eine freiwillige, branchenübergreifende Vereinbarung, die von 35 Unternehmen und Verbände unterzeichnet wurde. Diese erarbeiteten in den letzten drei Jahren Methoden zur Datenerhebung, erstellten Leitfäden und setzten konkrete Massnahmen zur Reduktion von Food Waste um, wie das Bundesamt für Umwelt in einer Mitteilung schreibt. So werden im Detailhandel etwa Fleischprodukte vor Ablauf eingefroren und weiterverwendet oder gespendet. In der verarbeitenden Industrie führten technische Anpassungen zu messbaren Einsparungen.
Laut einer aktuellen Schätzung der ZHAW im Auftrag des Bundesamts für Umwelt beträgt der Rückgang der Lebensmittelverluste gegenüber 2017 jedoch erst rund 5 Prozent – das Zwischenziel für 2025 liegt bei 25 Prozent.
Die Erkenntnisse aus dem Treffen fliessen in die Planung der zweiten Phase des Aktionsplans ein. Der Bundesrat wird voraussichtlich 2026 über weitere Massnahmen entscheiden. Fokus soll dabei auf breiterer Wirkung, besseren Datengrundlagen und stärkerer Sensibilisierung der Haushalte liegen.
Die Swiss Retail Federation (SRF) hält in einer Mitteilung fest, dass der Schweizer Detailhandel gemäss der ZHAW-Studie Foodwaste um rund 20 Prozent reduzieren konnte. Damit steche der Detailhandel in der Wertschöpfungskette hervor und sei auf Zielkurs. Auch sei die Zahl verlässlich, weil sie 95 % der Detailhandelsbranche abdecke. Die SRF stellt hingegen die Aussagekraft der 5 Prozent Rückgang über alle Stufen in Frage: Für den grössten Teil des anfallenden Foodwaste lägen keine verlässlichen Zahlen vor. Damit der Detailhandel Foodwaste weiterhin senken kann, wünscht sich die SRF weniger Vollzugsföderalismus bei der Kontrolle der Lebensmittelsicherheitskontrolle. Auch die Lockerung von Normen und Qualitätsanforderungen könne einen Beitrag leisten.