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Robbenmilch hat laut einer Studie «Potenzial»

Robbenmilch entpuppt sich als biochemisches Kraftpaket: Ihre Zuckerstrukturen sind komplexer als jene der menschlichen Muttermilch – und könnten schon bald Schoppenpulver revolutionieren.

Für die Studie haben die Forschenden fünf Atlantische Kegelrobben gemolken.

Quelle: zVg

Die Milch der Kegelrobbe ist in ihrer Zusammensetzung so komplex wie menschliche Muttermilch – und könnte künftig sogar Schoppenpulver beigesetzt werden. Das zeigt eine am Dienstag veröffentlichte Studie, an der auch Schweizer Forschende beteiligt waren.
«Die Studie zeigt, dass wir die Komplexität nicht-menschlicher Milch massiv unterschätzt haben», sagte Studienleiter Daniel Bojar von der Universität Göteborg (Schweden) zur Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Er führt dies darauf zurück, dass sich die Forschung bislang vor allem auf domestizierte Tiere konzentriert habe, deren Milch durch Zucht an Vielfalt verloren habe. Veröffentlicht wurde die Studie in der Fachzeitschrift «Nature Communications». Im Zentrum der Studie standen komplexe Zucker, sogenannte Milcholigosaccharide. Diese stärken das Immunsystem, fördern gesunde Darmbakterien und schützen Babys vor schädlichen Keimen.
Robbenmilch-Moleküle für Schoppenpulver
In der Robbenmilch fanden die Forscherinnen und Forscher 332 verschiedene solche Oligosaccharide, von denen 166 zuvor noch nie beschrieben worden waren. Einige dieser Moleküle erreichten eine Grösse, die selbst in menschlicher Muttermilch bislang nicht beobachtet wurden. Einige der neu identifizierten Oligosaccharide erwiesen sich im Labor als starke Stimulatoren menschlicher Immunzellen. «In Zukunft könnten solche Moleküle Schoppenpulver zugesetzt oder sogar therapeutisch bei Erwachsenen eingesetzt werden», erklärte Bojar.
Wie man Robben melkt
Für die Studie haben die Forscherinnen und Forscher auf der Isle of May in Schottland fünf Atlantische Kegelrobben (Halichoerus grypus) gemolken. Von den Robben wurden zu vier Zeitpunkten während der Stillzeit Proben gewonnen.
Aber wie melkt man eigentlich eine Robbe? «Es entspricht vielleicht nicht dem traditionellen Bild, das man vor Augen hat, wenn man das Wort 'melken' hört», erklärte Bojar gegenüber Keystone-SDA. In der Praxis werden wildlebende Robben zunächst unter Narkose gesetzt. Anschliessend wird ihnen das Hormon Oxytocin verabreicht, das den Milchfluss anregt und so den Forscherinnen und Forschern eine kontrollierte Entnahme der Milch über die Zitzen ermöglicht. Aus der Schweiz war an der Studie die Forscherin Carmen Cori von der Universität Basel beteiligt. Sie war für die chemische Charakterisierung neu entdeckter Milcholigosaccharide zuständig und analysierte deren Struktur im Labor.

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