Die britische Regierung will auch gezuckerte Milch- und Joghurtgetränke besteuern.
Quelle: Symbolbild Kenny Eliason
Im Kampf gegen Fettleibigkeit und Übergewicht namentlich bei Kindern weitet die britische Regierung die Zuckersteuer aus. Sie wird seit 2018 auf Erfrischungsgetränke erhoben. Nun soll sie ab 2028 auch für gezuckerte Milchmischgetränke gelten. Mit der neuen Regelung sollen täglich 17 Millionen Kalorien eingespart und 15'000 Erwachsene und Kinder vor Fettleibigkeit bewahrt werden, wie das britische Gesundheitsministerium
mitteilt.
Die neue Abgabe soll für vorverpackte Milchgetränke und Milchalternativen mit Zuckerzusatz gelten, also Milchshakes aus dem Supermarkt, aromatisierte Milch, gesüsste Joghurtgetränke, Schokoladenmilchgetränke und trinkfertige Kaffeesorten. Viele dieser Produkte könnten genauso viel Zuckerzusatz enthalten wie kohlensäurehaltige Getränke, argumentiert das Ministerium. Milch und Milchalternativen ohne Zuckerzusatz sind und bleiben von der Steuer ausgenommen.
Unternehmen haben nun bis Januar 2028 Zeit, um die Rezeptur ihrer Produkte anzupassen und den Zuckergehalt zu reduzieren.
Die Zuckersteuer gilt derzeit für verpackte Getränke, die mindestens 5 Gramm zugesetzten Zucker enthalten. Neu senkt die Regierung diesen Grenzwert auf 4,5 Gramm. Getränke, die zwischen 4,5g and 7,9 Gramm Zucker enthalten, werden mit 19,4 Pence pro Liter besteuert. Für Getränke mit 8 Gramm Zucker oder mehr beträgt die Steuer 25,9 Pence.
Der Branchenverband Dairy UK zeigt sich von der neuen Regelung «enttäuscht». Milch- und joghurtbasierte Getränke seien wichtige Nährstofflieferanten, gerade für Kinder. Erfreut zeigt sich der Verband, dass die Regierung dank dem Feedback der Industrie eine Laktosefreigrenze in seine Vorschläge aufgenommen habe. «Dadurch wird sichergestellt, dass Molkereiunternehmen keine Abgabe auf natürlich vorkommende Laktose zahlen müssen», schreibt der Verband in einer Mitteilung.