Genuss-Allianz stellt sich gegen WHO-Doktrin
Die Branchenallianz Gaudium Suisse kritisiert die WHO-Kampagne «No Safe Level» als ideologisch motiviert und fordert einen Marschhalt bei der Übernahme neuer Alkoholrichtlinien in der Schweiz.
Die WHO-Kampagne «No Safe Level», laut der es keinen gesundheitlich unbedenklichen Alkoholkonsum gibt, stösst in der Schweiz auf wachsenden Widerstand. Eine Allianz aus Gastronomie, Handel und Produktion unter dem Namen Gaudium Suisse wirft der Weltgesundheitsorganisation vor, eine einseitige, abstinenzorientierte Politik zu betreiben. Die WHO stütze sich für ihre Aussagen zum Alkoholkonsum auf eine umstrittene Meta-Studie, die 2018 in der Fachzeitschrift «The Lancet» erschien, die aber selektive Datenauswahl betrieben habe und differenzierte Forschungsergebnisse zum moderaten Konsum ignoriere, hiess es an einer Medienkonferenz in Bern. Die Ergebnisse seien 2021 in «The Lancet» mit einer weiteren Studie korrigiert worden, diese werde aber kaum beachtet, erklärte Philipp Schwander, Weinhändler und Gründungsmitglied von Gaudium Suisse.
Nicolò Paganini, Präsident des Brauerei-Verbandes, Mitte-Nationalrat und Gründungsmitglied, verwies auf den langjährigen Rückgang des Alkoholkonsums in der Schweiz, warnte aber vor einer pauschalen Stigmatisierung. Gründungsmitglied ist auch Benedikt Würth, Präsident der AOP-IGP-Vereinigung und Mitte-Ständerat, der mit einen Motion einen Marschhalt bei der Übernahme neuer Empfehlungen zum Alkoholkonsum fordert. An der Universität von Navarro in Nordspanien laufe eine grosse Studie zu den Auswirkungen von Wein auf die Gesundheit, diese sei der wissenschaftliche Goldstandard, sagte Würth. Es gelte, die Ergebnisse dieser UNATI-Studie abzuwarten und als Grundlage für nationale Empfehlungen zu verwenden.
Die Allianz Gaudium Suisse - Genuss mit Haltung vereint Akteure aus Gastronomie, Wein-, Bier- und Spirituosenbranche, Detailhandel und weiteren Branchen. Die Ziele sind der Schutz der Genusskultur, die Eigenverantwortung und wirtschaftliche Interessen. Gründungsmitglieder sind Beat Imhof, Präsident GastroSuisse, Benedikt Würth, Präsident AOP-IGP-Vereinigung, Marcel Kreber, Direktor Schweizer Brauerei-Verband, Philippe Schwander, Weinhändler, André Parsic, Präsident Spiritsuisse und Lorenz Furrer, Managing Partner Furrerhugi.