Wettbewerbsrisiken bei Vandemoortele und Délifrance-Deal
Die britische Wettbewerbsbehörde Competition and Markets Authority (CMA) hat im geplanten Erwerb von Délifrance durch die Vandemoortele Group erhebliche wettbewerbliche Bedenken geäussert.
Quelle: zVg
Das im Juni 2025 unterzeichnete Share Purchase Agreement sieht vor, dass Vandemoortele Délifrance vollständig übernimmt. Beide Unternehmen gehören heute bereits zu den wichtigsten Anbietern von gefrorenen Backwaren wie Croissants und Pain au Chocolat. Nach Ansicht der CMA sind sie direkte und enge Wettbewerber; ein Zusammenschluss würde den grössten Anbieter im britischen Markt schaffen und die Wettbewerbsbedingungen spürbar verändern. Laut einer am Montag, 8.12.25 veröffentlichten Einschätzung bestehe eine realistische Aussicht auf eine wesentliche Behinderung des Wettbewerbs im britischen Markt für tiefgekühlte laminierte Teige, wie das Amt schreibt.
Begrenzter Konkurrenzdruck und hohe Markteintrittsbarrieren
Im Rahmen ihrer Vorprüfung wertete die CMA interne Dokumente der Unternehmen, Rückmeldungen von Kunden und Branchenakteuren sowie Marktanalysen aus. Zwar gebe es andere europäische Anbieter, diese könnten jedoch keinen ausreichenden Wettbewerbsdruck im britischen Markt ausüben. Zudem seien die Markteintrittsbarrieren hoch: Die Produktion von tiefgekühlten, laminierten Teigen erfordere erhebliche Investitionen und lange Vorlaufzeiten.
Risiken für Preise und Innovation
Die Behörde warnt, dass der Zusammenschluss zu höheren Preisen und weniger Innovation führen könnte. Besonders betroffen wären Foodservice-Kunden, die in grossem Umfang auf standardisierte, tiefgekühlte Backwaren angewiesen sind.
Frist bis 15. Dezember 2025
Vandemoortele und Délifrance haben nun bis 15. Dezember 2025 Zeit, Abhilfemassnahmen („remedies“) vorzuschlagen, um die Bedenken auszuräumen. Gelingt dies nicht oder reichen die Vorschläge der CMA nicht aus, wird das Verfahren in eine Phase-2-Untersuchung übergehen – eine deutlich vertiefte Prüfung des Zusammenschlusses.