In den Monaten September und Oktober 2025 lag die Milchproduktion in der Schweiz rund 6 Prozent über dem Vorjahresniveau.
Quelle: Symbolbild lid
Der Vorstand der Branchenorganisation Milch (BO Milch) hat am 15. Dezember beschlossen, den A-Richtpreis um 4 Rappen pro Kilogramm zu senken. Ausschlaggebend für den Entscheid sei insbesondere die Markteinschätzung für das Jahr 2026 gewesen, wie die Organisation in einer Medienmitteilung schreibt.
Auf den internationalen Märkten sind die Preise für Milchprodukte zuletzt deutlich gesunken. Butter und Magermilchpulver haben in den vergangenen Monaten stark an Wert verloren, zudem werden in den umliegenden Ländern rückläufige Produzentenpreise erwartet. Dies wirkt sich auf das indexbasierte Richtpreissystem aus.
Mit der Preissenkung wolle die BO Milch verhindern, dass der Preisunterschied zwischen der Schweiz und dem Ausland weiter zunehme. Ein zu grosser Abstand könnte laut Vorstand mittelfristig zu Marktanteilsverlusten für Schweizer Milch führen. Zusätzlich belaste ein hohes Angebot den Markt.
In den Monaten September und Oktober 2025 lag die Milchproduktion in der Schweiz rund 6 Prozent über dem Vorjahresniveau. Um die Marktstabilität zu sichern und zusätzlichen Preisdruck zu vermeiden, hat die BO Milch bereits zuvor Massnahmen zur gemeinsamen Marktentlastung beschlossen (
foodaktuell berichtete).
Ein weiteres Thema der Sitzung war die Abgeltung von Klimaschutzmassnahmen in der Milchwirtschaft. Der Vorstand hat eine Absichtserklärung verabschiedet, wonach ab dem 1. Juli 2026 Betriebe, die ihren CO2-Fussabdruck berechnen, für entsprechende Leistungen entschädigt werden sollen. Für die Finanzierung hat die BO Milch derzeit drei Modelle vorliegen, die bis Februar 2026 weiter ausgearbeitet werden. Dann soll ein Entscheid gefällt werden.