Quelle: zVg andermatt biocontrol
Heute stehe der Schutz der Kulturen vor grossen Herausforderungen, schrieb das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) am Montag in einer Medienmitteilung. Zwar gebe es Fortschritte bei der Reduktion der Risiken im Zusammenhang mit Pestiziden. Zugleich sei jedoch die Anzahl zugelassener Produkte rückläufig, es mangle an Alternativen und immer häufiger träten neue Schädlinge auf.
Das Bundesamt stellte am Montag an einer Medienkonferenz in Liebefeld bei Köniz BE eine Strategie mit zehn Schlüsselmassnahmen vor. Dazu gehört auch, dass biologische Methoden zur Schädlingsbekämpfung optimiert werden. Zudem sollen unter anderem die Zulassungsmethoden für Pflanzenschutzmittel vereinfacht werden.
Abschliessend entschieden wird über das künftige Vorgehen im Rahmen der Beratungen über die Agrarpolitik bis 2030 (AP30+). Auch sonst wird das Thema die Politik weiter beschäftigen. Bis Mitte März können sich interessierte Kreise zu einer Änderung der Gewässerschutzverordnung äussern. Der Bundesrat möchte für sieben weitere Pestizidwirkstoffe Grenzwerte festlegen. Heute bestehen für 19 Wirkstoffe Grenzwerte.
Erst am Sonntag hatte die "NZZ am Sonntag" öffentlich gemacht, dass der Kanton Luzern im Fluss Wyna im vergangenen Herbst sehr hohe Konzentrationen des für Fische und Insekten hochgiftigen Wirkstoff Deltamethrin festgestellt habe.
Deltamethrin gehört zu jenen Wirkstoffen, deren Anwendung seit dem 1. Januar 2023 für direktzahlungsberechtigte Betriebe grundsätzlich verboten ist. Gemäss der "NZZ am Sonntag" bewilligte das Luzerner Landwirtschaftsamt im vergangenen Jahr jedoch die Behandlung der Rapsfelder in der Region mit Deltamethrin.