Mobiles Messsystem zur schnellen Authentizitätsprüfung von Olivenöl.
Quelle: Fraunhofer IVV
Lebensmittelbetrug nimmt seit Jahren zu – begünstigt durch hohe Nachfrage, Preisdruck und komplexe Lieferketten. Gefälschte oder falsch deklarierte Produkte lassen sich bislang meist nur mit aufwändigen und teuren Laboranalysen identifizieren. In einem gemeinsamen Projekt wollen nun drei Fraunhofer-Institute Abhilfe schaffen. Gemeinsam entwickeln sie ein mobiles, preiswertes Gaschromatographie-Sensorsystem, das auch von Analytik-Laien bedient werden kann und sofort Ergebnisse liefert, wie es in einer Mitteilung heisst.
Beteiligt sind das Fraunhofer IPMS, IME und IVV, die ihre Kompetenzen in Gaschromatographie, Sensorentwicklung und chemischer Sensorik bündeln. Ziel ist der schnelle Vor-Ort-Nachweis flüchtiger organischer Verbindungen (VOCs), die charakteristisch für Zusammensetzung, Qualität oder mögliche Gesundheitsrisiken von Produkten sind. Als Leitanwendungen dienen die Identifikation von gefälschtem Olivenöl – eines der am häufigsten manipulierten Lebensmittel – sowie von verunreinigten Kunststoffrezyklaten, die etwa in Verpackungen auftreten können.
Das System mit der Grösse einer Umhängetasche kombiniert eine siliziumchipbasierte GC-Säule, Detektoren, integrierte Probenvorbereitung, Elektronik und Energieversorgung. Die chipbasierte Säule trennt die VOCs, ein Sensor erstellt daraus ein Gaschromatogramm, das ausgewertet wird. Erste Tests mit verkürzten GC-Säulen zeigen eine zuverlässige Trennleistung, die für viele Anwendungen ausreicht. Perspektivisch sollen Parameter wie Herkunft, Alter und Reinheit von Olivenöl bestimmt werden.
Die Ergebnisse des Projekts werden im März 2026 auf der Analytica in München präsentiert.