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Trotz Zollabkommen kaum US-Fleisch in Schweizer Supermärkten

Rind- und Bison- sowie Geflügelfleischimporte aus den Vereinigten Staaten erleben bislang trotz des neuen Zollabkommens mit den USA keinen Boom. Vor allem im Gastrobereich wollen manche Anbieter die neuen Möglichkeiten aber nutzen.

Zwischen dem 10. Dezember und Ende 2025 hat die Schweiz insgesamt 20,3 Tonnen US-Rindfleisch importiert.

Quelle: Symbolbild Pixabay

Zwischen dem Inkrafttreten der neuen Zollregelung mit Washington am 10. Dezember und Ende 2025 hat die Schweiz insgesamt 20,3 Tonnen Rindfleisch und 2,3 Tonnen Bisonfleisch aus den Vereinigten Staaten importiert, allerdings überhaupt kein Geflügelfleisch. Das geht aus den Daten des Bundesamtes für Zoll und Grenzsicherheit (BAZG) hervor, welche die Nachrichtenagentur AWP exklusiv erhalten hat.
Supermärkte zurückhaltend
Für die Schweizer Supermärkte sind US-Fleischprodukte aber kein Thema, wie auf Nachfrage zu erfahren ist. Man bevorzuge klar Schweizer Fleisch, insgesamt spiele importiertes Fleisch nur eine «sehr marginale Rolle» heisst es etwa bei der Migros. «Das Fleischsortiment der Migros stammt zum überwiegenden Teil aus der Schweiz: 99 Prozent beim Schweinefleisch, 92 Prozent beim Rindfleisch, über 99 Prozent beim Kalbfleisch und 86 Prozent beim Hühnerfleisch», erklärt ein Sprecher des «orangen Riesen» gegenüber AWP.
Auch bei Coop hat Schweizer Fleisch klar Vorrang. «Wir sehen keine Notwendigkeit für Importe aus den USA. Wir importieren ohnehin nur dann, wenn Schweizer Rohstoffe nicht in ausreichender Menge oder Qualität verfügbar sind», sagt ein Sprecher. Nicht in Frage kommt ein Verkauf von US-Fleisch auch für Lidl und Aldi, wie die jeweiligen Medienstellen mitteilen.
Gastronomiegrosshändler mit Fleischimporten
Regelmässige Fleischimporte aus den USA von Rind- und Bisonfleisch tätigt hingegen der Basler Fleischgrosshändler GVFI, der andere Grosshändler wie etwa die Bell-Gruppe beliefert: Man habe bereits auch Importe unter den neuen Zollbedingungen durchgeführt, bestätigt Olivier Freiburghaus, Leiter für nachhaltige Entwicklung und Tierschutz bei GVFI.
Der Gastronomiegrosshändler Transgourmet/Prodega hat bereits vor dem neuen Zollabkommen Rind- und Bisonfleisch aus den USA beschafft - allerdings kein Geflügel - und beabsichtigt, dies auch weiterhin zu tun. «Der Grossteil unseres Rind- und Geflügelsortiments stammt jedoch aus der Schweiz, der Anteil an Rindfleisch aus den USA ist nur marginal», relativiert eine Sprecherin.
Bison- und Angus-Hamburger
Der in der Genferseeregion tätige Grosshändler Carnadis will dagegen eine Hamburger-Linie auf Basis von Bisonfleisch sowie eine weitere Hamburger-Linie auf Basis von amerikanischem Angus-Rindfleisch entwickeln. Geschäftsführer Michel Delévaux ist überzeugt, dass es eine Kundschaft für solche Produkten gibt. «Viele Amerikaner leben in der Genferseeregion und viele amerikanische Unternehmen möchten sich hier niederlassen.»
Auch für den Import von amerikanischem Hühnerfleisch zeigt sich Delévaux offen. «Die Behandlung mit Chlor bereitet mir keinerlei Sorgen, da keine Rückstände im Fleisch zurückbleiben», betont der Geschäftsführer. Sollten Produkte Hormone enthalten oder mit Chlor behandelt worden sein, müsse dies allerdings zwingend in der Ursprungserklärung angegeben werden, betont er.
Freiwillige Deklaration auf Speisekarte
Auch eine Gastrosuisse-Sprecherin bestätigt, dass eine Behandlung mit Hormonen oder Wachstumsförderern schriftlich angegeben werden muss. Zudem müssten Restaurants und Hotels die Kundinnen und Kunden gemäss Lebensmittelgesetzgebung über die Herkunft von Fleisch und Fisch informieren.
«Es ist jedoch nicht zwingend erforderlich, die Herkunft auch auf der Speisekarte anzugeben», relativiert die Sprecherin des Dachverbands der Hotellerie und Gastronomie.

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