Indien und EU einigen sich auf Freihandelsabkommen
Als «Mutter aller Deals» wird das neue Freihandelsabkommen zwischen der EU und Indien bezeichnet. Damit werde sich das Handelsvolumen verdoppeln.
Nach EU-Angaben sollen mit dem neuen Abkommen fast alle indischen Zölle auf Produkte aus der EU sinken. Zölle auf Autos sollen schrittweise auf zehn Prozent reduziert werden, wie die EU-Kommission mitteilte. Indien erhebt bisher Zölle von 66 % für Autos im Wert von weniger als 40'000 Dollar, für teurere Autos gilt ein Zoll von 110 Prozent. Die Zölle für Autoteile sollen zehn Jahre nach dem Inkrafttreten des Abkommens ganz wegfallen.
Indische Zölle auf Wein sollen von 150 auf 20 Prozent sinken, jene auf Pasta, Olivenöl und Schokolade komplett wegfallen. Auch für Pharmaprodukte, Chemikalien und Landwirtschaftsprodukte sollen die Zölle sinken. Im Gegenzug könnte Indien mehr Stahl, Medikamente und Textilprodukte in die EU liefern. Das Abkommen soll auch Patenthürden abschaffen.
Indien ist mit rund 1,4 Milliarden Einwohnerinnen und Einwohnern das bevölkerungsreichste Land der Erde und wird gemäss Schätzungen in diesem Jahr zur viertgrössten Volkswirtschaft aufsteigen. Die EU ist bereits heute grösster Handelspartner und will die Handelsbeziehungen weiter ausbauen.
Vom Abkommen ausgeschlossen sind Rind-, Schweine- und Hühnchenfleisch sowie Reis und Zucker. In Europa ist die Vereinbarung deshalb weniger umstritten als das Mercosur-Handelsabkommen.