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Nestlé fordert nach Cereulid-Skandal allgemeinen Grenzwert

Der Lebensmittelkonzern Nestlé hat sich nach dem Branchenskandal um verunreinigte Babynahrung für die Einführung verbindlicher Grenzwerte für das Bakteriengift Cereulid in Säuglingsnahrung ausgesprochen.

Derzeit gibt es keinen anerkannten sicheren Grenzwert für Cereulid in Säuglingsnahrung. Entsprechend testen die Hersteller auch nicht systematisch auf dieses Toxin.

Quelle: Symbolbild Lucy Wolski/Unsplash

«Wir befürworten sehr einen harmonisierten regulatorischen Standard», sagte Ludovica Verzegnassi, Leiterin Regulatory and Scientific Affairs bei Nestlé, vor Medienschaffenden am Freitag in Zürich.
«Einheitliche Grenzwerte helfen der Industrie und schützen vor allem die Konsumenten», sagte Verzegnassi weiter. Derzeit gibt es keinen allgemein anerkannten sicheren Grenzwert für Cereulid in Säuglingsnahrung. Entsprechend werde Babynahrung nicht systematisch auf das Vorhandensein des Toxins getestet.
Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hatte kürzlich mitgeteilt, dass sie von der Europäischen Kommission beauftragt worden sei, eine wissenschaftliche Empfehlung für einen Grenzwert auszuarbeiten, ab der Säuglingsprodukte zurückgerufen werden sollten. Ihre Stellungnahme will sie in der kommenden Woche vorlegen. Hersteller von Säuglingsanfangsnahrung in Europa müssten dann entsprechende Tests durchführen und bei Überschreiten solcher Werte Massnahmen ergreifen.
Nestlé orientiert sich derzeit an der bestehenden EFSA-Empfehlung, wonach in den Produkten des Konzerns kein nachweisbarer Gehalt an Cereulid vorhanden sein sollte.
Systematische Tests eingeführt
Nach Berichten über verunreinigte Babynahrungsprodukte hatte das Unternehmen laut eigenen Angaben umgehend reagiert, die Ursachen untersucht, betroffene Produkte gesperrt sowie den Lieferanten und die zuständigen Branchenverbände informiert. In der Folge führte Nestlé in den rund 60 betroffenen Ländern in Abstimmung mit den lokalen Behörden Rückrufe durch.
Inzwischen führte der Konzern systematische Tests sowohl der von Drittanbietern gelieferten Arachidonsäure-Öle als auch der Endprodukte ein, wie Verzegnassi weiter erklärte.
Das Auftreten von Cereulid in Ölen sei sehr selten, sagte Verzegnassi. Dazu gebe es praktisch keine wissenschaftlichen Studien. Nestlé und andere Nahrungsmittelfirmen verwendet für Babynahrung mit Arachidonsäure angereichertes Öl. Arachidonsäure wird Säuglingsnahrung zugesetzt, weil sie natürlicherweise in Muttermilch vorkommt und wichtig für die Entwicklung von Gehirn, Augen und Immunsystem ist.
Das bakterielle Toxin Cereulid kann für Säuglinge besonders gefährlich sein. Es handelt sich um ein hitzestabiles Gift, das kurz nach der Aufnahme Erbrechen und Durchfall auslösen kann. Die Gefahr liege vor allem darin, dass gängige Erhitzungsverfahren in der Lebensmittelproduktion das Toxin nicht zuverlässig zerstören.

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