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Absatzkrise bei internationalen Braukonzernen verschärft sich

Sinkender Bierkonsum, Preiserhöhungen und Auslistungen im Handel belasten die Geschäfte von AB InBev, Heineken und Carlsberg spürbar.

Nicht nur mittelständische Brauereien, auch die weltweit grössten Braukonzerne geraten unter Druck. Besonders angespannt ist die Lage bei Heineken. Der niederländische Konzern kündigte an, dass CEO Dolf van den Brink das Unternehmen Mitte 2026 verlassen werde. Vorgängig hatte Heineken seine Umsatzprognose auf das untere Ende der eigenen Erwartungen korrigiert. Als Gründe nennt der Konzern eine schwächere Nachfrage in Europa sowie Nord- und Südamerika. Der strukturelle Rückgang des Bierkonsums in westlichen Märkten verstärkt den Druck zusätzlich.
Künftig will Heineken Investitionen nur noch auf 17 Kernmärkte konzentrieren, darunter Mexiko, Italien, Frankreich, Spanien, Brasilien und Grossbritannien. Im Fokus würden die Marken Heineken, Tiger, Amstel, Desperados und Birra Moretti stehen. Laut lz.net.de endete in Deutschland das jahrelange Wachstum 2025 abrupt. Preiserhöhungen und Auslistungen bei Edeka und Kaufland hätten die Situation verschärft. Gemäss Marktforschungsdaten verlor Heineken Lager mehr als 12 Prozent Absatzmenge und liegt inzwischen bei unter einem Prozent Marktanteil. Gösser brach um 18 Prozent ein, Desperados um 4,5 Prozent.
Auch AB InBev verzeichnet insbesondere in Deutschland Rückgänge. Der Konzern setzt weiterhin auf globale Marken wie Bud und Corona, während deutsche Marken an Bedeutung verlieren. Hasseröder (-7 Prozent), Franziskaner (–11,5 Prozent) und Beck’s (–2 Prozent) verbuchten deutliche Absatzverluste. Corona legte zwar um 11 Prozent zu, bleibt mit 0,6 Prozent Marktanteil jedoch eine Nischenmarke.
Während die Marke Carlsberg 2025 leicht zulegte (+3,1 Prozent), verloren Holsten (–5,4 Prozent), Astra (–3,2 Prozent) und Wernesgrüner (–11 Prozent) deutlich an Absatz. Die aktuellen Entwicklungen würden zeigen, dass Grössenvorteile allein nicht mehr ausreichten. Konsumzurückhaltung, Handelskonflikte und veränderte Trinkgewohnheiten setzen die gesamte Bierbranche unter Anpassungsdruck – auch die internationalen Marktführer.

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