Der deutsche Bierabsatz ist letztes Jahr drastisch zurückgegangen.
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Die deutschen Brauereien haben letztes Jahr noch einmal deutlich weniger Bier verkauft als im Vorjahr. Der Bierabsatz sank gegenüber dem Vorjahr um 6 Prozent auf rund 7,8 Milliarden Liter und damit erstmals unter die Marke von 8 Milliarden Liter, wie das Statistische Bundesamt mitteilt. Zum Vergleich: Zum Beginn der Zeitreihe 1993 hatte der Absatz noch bei 11,2 Mrd. Liter betragen. In den Zahlen sind alkoholfreie Biere und Malztrunk sowie das aus Staaten außerhalb der Europäischen Union (EU) eingeführte Bier nicht enthalten.
Mit 82,5 Prozent wurde der Löwenanteil des Biers in Deutschland verkauft, der Inlandsabsatz sank dabei um 5,8 Prozent. Die restlichen 17,5 Prozent wurden steuerfrei exportiert oder als unentgeltlicher Haustrunk an Brauereiangestellte abgeben. Die Exporte gingen um 7 Prozent zurück.
Auch der Absatz von Biermischungen – Bier gemischt mit Limonade, Cola, Fruchtsäften und anderen alkoholfreien Zusätzen – sank gegenüber Vorjahr um 5,2 Prozent.
Alkoholfrei legt zu
Während weniger alkoholhaltiges Bier getrunken wird, steigt die Nachfrage nach alkoholfreiem Bier weiter. Im deutschen Detailhandel hat der Umsatz mit alkoholfreien Bieren und Biermischgetränken letztes Jahr erstmals die 10-Prozent-Marke überschritten. Damit seien alkoholfreie Biere «die am schnellsten wachsende Sorte auf dem deutschen Biermarkt», wie der Deutsche Brauer-Bund (DBB) in einer Mitteilung schreibt. In der Beliebtheitsskala der Deutschen hat sich das Alkoholfreie mit aktuell 9,5 Prozent Marktanteil bereits auf Platz 3 vorgearbeitet – unangefochtener Marktführer aber bleibt Pils mit knapp 50 Prozent Marktanteil. Auf Platz 2 landet die ebenfalls wachsende Kategorie der Hellbiere (ca. 12 Prozent).
Als einen der Hauptgründe für den Rückgang des Bierabsatzes in Deutschland nennt der Brauer-Bund das Konsumklima. «Die Brauereien bekommen ähnlich wie Handel und Gaststätten die massive Konsumzurückhaltung der Verbraucher zu spüren», so DBB-Hauptgeschäftsführer Holger Eichele.