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Kunststoff-Sammlung hat sich noch nicht etabliert

Vor rund einem Jahr haben Lebensmittelhersteller, Detailhändler und Recycler ein Sammelsystem für Plastikverpackungen und Getränkekartons gestartet. Bürokratische Hürden verhindern jedoch einen zügigen Ausbau.

Wie viel Plastik letztes Jahr mit dem neuen Sammelsystem gesammelt wurde, will RecyPac erst im Mai kommunizieren.

Quelle: RecyPac

RecyPac hat ein ambitioniertes Ziel. Die Branchenorganisation will ein schweizweites Recyclingsystem für Kunststoffabfälle aufbauen. Im Januar 2025 startete die Sammlung in ersten Städten.
Mittlerweile werden die sogenannten RecyBag-Säcke an über 540 Verkaufsstellen in der Schweiz angeboten. Unter anderem in Basel, Bern, Lausanne und Zürich. Ein Jahr nach dem Start ist das System noch lückenhaft. So ist es weder in Genf, Lugano, Luzern noch in Winterthur verfügbar.
Neue Sammel- und Verkaufsstellen sind an kommunale Konzessionen gebunden. Hintergrund ist das Abfallmonopol, unter das Plastikverpackungen und Getränkekartons fallen. Dadurch ist eine flächendeckende Einführung nicht möglich.
Politik denkt um
Das sei eine unbefriedigende Situation, heisst es bei der Branchenorganisation. «Unser Anspruch ist, dass wir eine schweizweit einheitliche und flächendeckende Sammlung mit hochwertiger stofflicher Verwertung anbieten können», sagt Geschäftsführerin Odile Inauen gegenüber der Nachrichtenagentur AWP.
Das könnte sich bald ändern: Derzeit arbeitet die Politik an einer neuen Verpackungsverordnung. Diese soll es Inverkehrbringern von Plastikverpackungen ermöglichen, diese ohne Konzession zu sammeln. «Wir hoffen, der Bundesrat setzt die neue Verordnung möglichst zeitnah um», so Inauen.
Hinter der Branchenorganisation steht die gesamte Plastik-Wertschöpfungskette; von Lebensmittelherstellern über Detailhändler bis zu Recyclern. Gemeinsam wollen sie eine Kreislaufwirtschaft für Plastikverpackungen aufbauen. Alle grossen Namen machen mit: darunter die Lebensmittelkonzerne Danone und Nestlé, die Discounter Aldi und Lidl sowie die Detailhändler Coop und Migros.
Gratis-Sammlung bleibt
Kunststoffrecycling ist im Detailhandel kein Neuland: Seit Jahren bieten Supermärkte in vielen Filialen eine kostenlose Sammlung von Plastikflaschen an. Coop und Migros wollen trotz Einführung des RecyPac-Systems weiterhin an allen Verkaufsstellen gratis Plastikflaschen entgegennehmen. Ähnlich klingt es derzeit bei den deutschen Discountern.
Vergangenen Sommer machte Coop Schlagzeilen, weil das Unternehmen an Filialen, in denen der RecyBag angeboten wurde, das kostenlose Recycling für Plastikflaschen aufgegeben hatte. Davon ist der Konzern nach Kritik wieder weggekommen. Die Mitbewerber dürften die Debatte aufmerksam verfolgt haben.
Denn anders als die bisherigen Rücknahmestellen für Plastikflaschen im Detailhandel ist das RecyPac-System für den Kunden kostenpflichtig. Je nach Grösse kosten die Sammelsäcke zwischen einem und vier Franken. Damit liegen sie preislich auf dem Niveau eines Gebührensacks.
Ob das bei den Konsumenten ankommt, bleibt offen. Wie viel Plastik letztes Jahr mit dem neuen Sammelsystem gesammelt wurde, will RecyPac derzeit nicht beantworten. Zahlen dazu würden Mitte Mai veröffentlicht, lässt die Branchenorganisation verlauten.
Mehrwegsysteme statt Sammelsäcke
Reklamationen über die kostenpflichtige Kunststoff-Sammlung hat die Stiftung für Konsumentenschutz bisher nicht erhalten. Sie beurteilt das System dennoch kritisch: «Solche Recyclingversprechen führen nur dazu, dass der Plastikkonsum weiter steigt», sagt Chantal Sempach, Leiterin Nachhaltigkeit, Energie & Mobilität.
Aus Sicht des Konsumentenschutzes brauche es deshalb einen klaren Fokus auf Mehrwegsysteme. «Die Schweiz verfügte bereits früher über ein gut funktionierendes Mehrwegsystem für Glas. Anstatt teure Sammelsysteme zu errichten, müssen wir dorthin zurückkehren.»

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