JBS investiert 150 Millionen Dollar im Oman
Der brasilianische Fleischkonzern JBS erweitert seine Präsenz im Nahen Osten mit einem Joint Venture im Oman. Ziel ist der Ausbau der Produktion für Halal-Märkte und staatlich geförderte Programme zur Ernährungssicherung.
JBS gründet das Gemeinschaftsunternehmen mit Oman Food Capital (OFC), dem Agrar- und Lebensmittelinvestor der staatlichen Oman Investment Authority. JBS hält 80 Prozent, OFC 20 Prozent. Mit der Investition mit einem Volumen von 150 Millionen US-Dollar, ergänzt JBS sein bestehendes Netzwerk in der Region, das bereits zwei Standorte in Saudi-Arabien und einen in den Vereinigten Arabischen Emiraten umfasst.
Das Joint Venture übernimmt zwei bestehende Produktionsanlagen im Oman. Die noch nicht fertiggestellte Geflügelanlage von A’Namaa Poultry in Ibri im Norden des Landes, sowie den Rind- und Lammfleischbetrieb von Al Bashayer Meat Company in Thumrait im Süden. Der Kapitaleinsatz dient vor allem der Fertigstellung der Geflügelanlage sowie der Integration der Rotfleischverarbeitung.
Nach vollständiger Inbetriebnahme sollen beide Standorte eine jährliche Produktionskapazität von rund 300 000 Tonnen erreichen. Vorgesehen ist eine tägliche Verarbeitung von etwa 1000 Rindern, 5000 Lämmern und 600 000 Hühnern. Die Produktion von Rind- und Lammfleisch soll innerhalb von sechs Monaten starten, die Geflügelproduktion innerhalb eines Jahres.
Das Projekt ist Teil der omanischen Wirtschaftsstrategie «Vision 2040», die Diversifizierung, Importsubstitution und Ernährungssicherheit stärkt. Neben der Versorgung des Binnenmarktes soll der Oman als regionales Zentrum für Halal-Fleisch etabliert werden. Exportziele sind Märkte im Nahen Osten, in Afrika und in Asien.
Für JBS ist die Investition Teil einer breiteren Expansion in Wachstumsmärkte. Laut einer Investorenpräsentation vom November entfielen Afrika und der Nahe Osten bislang auf rund 3 Prozent des Nettoumsatzes nach Konsum. JBS ist weltweit im Rind-, Geflügel- und Schweinefleischgeschäft sowie bei verarbeiteten Produkten tätig und führt unter anderem die Marke Seara.