Aldi Nord-Holding schreibt Verlust
Bei Aldi Nord belasten milliardenschwere Abschreibungen die Konzernbilanz. Grund sind die Abschreibungen auf einzelne Standorte, die gesetzlich vorgeschrieben sind.
Aldi-Nord Markt in Essen-Heisingen.
Quelle: zVg aldi-nord
Die Aldi Nord-Holding Stiftung & Co. KG hat für 2024 einen Nettoverlust von 839 Millionen. Euro ausgewiesen. Nach Unternehmensangaben entstand der ausgewiesene Jahresfehlbetrag nahezu vollständig durch gesetzlich vorgeschriebene Abschreibungen auf einzelne Standorte. Diese spiegelten keine operative Schwäche wider. Belastend wirkten zudem Anlaufverluste in Auslandsmärkten wie Frankreich und Polen.
Insidern zufolge stieg das operative Ergebnis insgesamt deutlich, wie lz-net.de schreibt. Mehrere Landesgesellschaften hätten ihre Ergebnisse verbessert. Die Abschreibungen beliefen sich 2024 auf Konzernebene auf 2,1 Milliarden Euro, davon rund 1,4 Milliarden auf Sachanlagen, im Wesentlichen Immobilien. Aldi Nord modernisiert in Deutschland jährlich rund 100 Standorte oder baut sie neu.
Die Verlustvorträge summieren sich in der Konzernbilanz auf rund 2,8 Mrd. Euro. Bei künftig steigenden Gewinnen könnte dies die Steuerlast deutlich senken. Die Bilanz 2024 liefert erstmals ein vollständiges Bild der Geschäftsentwicklung der Gruppe nach IFRS. Ein Vergleich mit dem Vorjahr ist aufgrund von Sondereffekten durch die erstmalige Konzernaufstellung nur eingeschränkt möglich.
Der Nettoumsatz lag 2024 bei 29,3 Milliarden Euro, erzielt mit 5435 Filialen, rund 100 mehr als im Vorjahr. Den stärksten Umsatzzuwachs verzeichnete Aldi Nord im Heimatmarkt Deutschland. Mit plus 2,7 Prozent blieb das Wachstum jedoch unter dem Marktdurchschnitt. Erst in der zweiten Jahreshälfte zog das Geschäft an.
Im zweitwichtigsten Markt Frankreich schrieb Aldi Nord laut lz-net.de erneut hohe Verluste. Filialzuwächse seien ausgeblieben, da der Fokus auf der Modernisierung bestehender Standorte liege. Der Markt bleibe vorerst investitionsintensiv. Belgien und Luxemburg zählen weiterhin zu den stabilen Ertragsbringern. In den Niederlanden gelang 2024 die Trendwende mit wieder steigenden Marktanteilen. Spanien wächst dynamisch: Mit mindestens 40 neuen Märkten pro Jahr und einem Umsatz von 2,1 Mrd. Euro erreicht das Land zunehmend eine wirtschaftlich tragfähige Grösse.