Präzise Desinfektionsmessung für sichere Getränkeprozesse
Eine zuverlässige Desinfektionsüberwachung ist entscheidend, um Wasserqualität, Prozessstabilität und Produktgeschmack zu sichern. Moderne Sensorik liefert präzise Echtzeitdaten und sorgt für maximale Sicherheit in der Getränkeproduktion.
Die Qualität und Sicherheit des eingesetzten Rohwassers beeinflussen jeden Schritt der Getränkeproduktion. Damit Geschmack, Hygiene und Produktsicherheit jederzeit gewährleistet sind, müssen Hersteller die Desinfektionsprozesse präzise überwachen. Moderne Sensorik spielt dabei eine entscheidende Rolle: Sie stellt sicher, dass Desinfektionsmittel korrekt dosiert, vollständig entfernt und kontinuierlich kontrolliert werden. Zunächst wird das Rohwasser mechanisch gefiltert und anschließend durch eine Umkehrosmoseanlage geleitet. Diese trennt gelöste Stoffe über eine halbdurchlässige Membran ab und erzeugt ein nahezu geschmacksneutrales Wasser. Wird vor der Osmose freies Chlor zur Desinfektion eingesetzt, muss es vollständig entfernt werden – etwa durch Aktivkohlefiltration – um Membranschäden zu vermeiden. Nach der Osmose erfolgt häufig eine erneute Desinfektion. Dieser Schritt schützt zuverlässig vor mikrobiellen Risiken im anschließenden Prozess. Damit das desinfizierte Rohwasser später problemlos mit Sirup oder weiteren Produktbestandteilen gemischt werden kann, muss es vor der Dosierung vollständig chlorfrei sein. Deshalb werden an zwei Messpunkten kontinuierliche Überwachungen durchgeführt: unmittelbar nach der Filtration zur Kontrolle des Restchlors und im Leitungsnetz, um sicherzustellen, dass der Wert während der Desinfektion stabil bei 0,3 mg/l bleibt. Präzise Messwerte sind hier essenziell, denn selbst kleinste Restmengen können Geschmack, Farbe oder Stabilität des Endprodukts beeinflussen. Eine besondere Herausforderung ergibt sich dadurch, dass in bestimmten Abschnitten des Prozesses – etwa nach der Filtration – über längere Zeiträume kein Chlor vorhanden ist. Viele herkömmliche amperometrische Sensoren verlieren in dieser Phase ihre Empfindlichkeit: Sie reagieren verzögert, wenn wieder Chlor zugeführt wird. Diese Verzögerung kann zu Fehlinterpretationen führen und birgt die Gefahr, dass noch Chlor im Wasser vorhanden ist, obwohl der Produktionsprozess bereits weiterläuft. Moderne digitale Memosens‑Sensoren wurden speziell für solche Bedingungen entwickelt. Sie erfassen freies Chlor auch nach langen „Nullphasen“ sofort und ohne Einschaltverzögerung. Dadurch bleibt der Prozess stabil und Risiken werden minimiert – sowohl in der Filtration als auch in kritischen Schritten wie dem wöchentlichen Cold‑CIP, bei dem die Filtration umgangen wird, um Rohrleitungen mit chlorhaltigem Wasser zu reinigen. Der Sensor reagiert hier unmittelbar auf steigende Chlorwerte und bestätigt gleichzeitig seine elektrochemische Aktivität. Ein weiterer technischer Vorteil ergibt sich aus der kontinuierlichen Echtzeitmessung: Während DPD-basierte Analysatoren im Drei-Minuten-Takt Einzelwerte liefern, überwachen amperometrische Sensoren die Werte permanent. Dadurch lassen sich kurzzeitige Chlorspitzen oder unerwartete Einbrüche sicher erkennen. Kommt neben freiem Chlor auch gebundenes Chlor – etwa Chloramine – vor, erweitert ein Gesamtchlorsensor wie Memosens CCS53E die Prozesssicherheit. Er erfasst sowohl freie als auch gebundene Formen und bietet damit eine umfassendere Überwachung des Desinfektionsprozesses. Zusätzlich werden häufig pH-Sensoren eingesetzt, da die Wirksamkeit und Messbarkeit von freiem Chlor direkt vom pH-Wert abhängen. Die Kombination beider Messgrößen ermöglicht eine präzisere und stabilere Steuerung des gesamten Desinfektionssystems. Armaturen wie Flowfit CYA27 sorgen für eine optimale Strömungsführung und eine sichere Integration verschiedener Sensoren in einem Messplatz. Digitale Transmitter wie der Liquiline stellen einfache Bedienung, flexible Parametrierung und eine verlässliche Signalübertragung sicher. Sie ermöglichen zudem eine nahtlose Anbindung an Automatisierungssysteme oder IIoT‑basierte Dienste. Ein wesentlicher Vorteil der digitalen Sensorik liegt darüber hinaus in ihrer Diagnosefähigkeit. Memosens‑Sensoren speichern wichtige Informationen wie Kalibrierdaten, Elektrolytzustand und Betriebsstunden direkt im Sensorkopf. Dadurch lassen sich Wartungsintervalle gezielt planen und auf den tatsächlichen Zustand der Messstelle abstimmen. Unerwartete Ausfälle werden vermieden und die Anlagenverfügbarkeit steigt. Eine zuverlässige Desinfektionsmessung ist damit weit mehr als ein zusätzlicher Kontrollpunkt: Sie ist ein zentraler Bestandteil der Prozesssicherheit. Sie schützt Leitungen, Anlagenkomponenten und vor allem das Endprodukt. Getränkehersteller profitieren von stabilen, reproduzierbaren Abläufen und können gleichzeitig Energie, Wasser und Produktionszeit effizienter nutzen. So entsteht ein sicherer, kontinuierlich kontrollierter Prozess, der die Grundlage für hochwertige und konsistente Getränke bildet. |