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Kakaostau in der Elfenbeinküste belastet Weltmarkt

In der Elfenbeinküste, dem weltweit grössten Kakaoproduzenten, stauen sich Bohnen aus der laufenden Haupternte in Lagerhäusern. Der Engpass birgt Risiken für die globale Schokoladen- und Süsswarenindustrie.

Kakaoexporteure weigern sich laut Reuters, den staatlich festgelegten Erzeugerpreis von 2800 CFA-Francs (rund 5,09 US-Dollar) pro Kilogramm zu zahlen. Der Preis wurde zu Beginn der Saison 2025/26 vom Regulierer Conseil du Café-Cacao festgelegt. Das System fixer Abnahmepreise soll Landwirte vor starken Marktschwankungen schützen. Fallen jedoch die internationalen Terminpreise unter das Niveau, zu dem Exporteure bei dem offiziellen Satz profitabel einkaufen können, kommt der physische Handel ins Stocken, was derzeit in Teilen der Elfenbeinküste geschieht.
Ivorische Bohnen seien international nicht mehr wettbewerbsfähig, da die Weltmarktpreise auf den niedrigsten Stand seit mehr als zwei Jahren gefallen seien, wie Exporteure laut dem Artikel betonen. Kooperativen im Westen der Elfenbeinküste berichteten, dass sie ihre Bestände nicht zum vorgeschriebenen Preis verkaufen könnten. Dadurch fehle Liquidität, um Landwirte vollständig auszuzahlen.
Einige Erzeuger geben an, nur 1500 bis 1800 CFA-Francs pro Kilogramm angeboten zu bekommen – deutlich unter dem offiziellen Satz und entgegen den geltenden Vorgaben. In Städten wie Duekoué sollen sich laut foodbev.com unverkäufliche Mengen stapeln. Mit Blick auf die Nebenernte von April bis September wächst zudem der Druck, da länger gelagerte Bohnen bei unzureichenden Bedingungen Qualitätsverluste erleiden können.
Die staatliche Regulierungsbehörde «Conseil du Café-Cacao», startete im Januar ein Programm zum Aufkauf von 100 000 Tonnen unverkaufter Bohnen. Anfang Februar wurden laut Bericht die Käufe beschleunigt, um Qualitätsverluste zu verhindern. Kurzfristig kann die Intervention Qualitätsrisiken begrenzen. Zugleich lege sie strukturelle Spannungen im ivorischen Preismodell offen, wie es weiter heisst.
Die Elfenbeinküste steht für rund 40 Prozent der weltweiten Kakaoproduktion. Anhaltende Störungen im Abfluss der Haupternte betreffen Verarbeiter, Händler und Markenhersteller mit Terminverträgen und planbaren Lieferströmen. Für international tätige Lebensmittel- und Getränkehersteller, die in den vergangenen zwei Jahren bereits mit hoher Rohstoffvolatilität konfrontiert waren, erhöht die Situation die Planungsunsicherheit. Eine wachsende Lücke zwischen fixem Inlandspreis und globalem Marktniveau könnte die Risikoprämie für Beschaffung aus der Elfenbeinküste steigen lassen, insbesondere wenn regulatorische Eingriffe Handelsströme verzerren.
Für die Branche stellt sich die Frage, ob die staatlichen Eingriffe temporär bleiben oder Anpassungen im Vermarktungssystem folgen. Sollten sich Lagerbestände weiter aufbauen oder die Qualität leiden, könnte sich die physische Verfügbarkeit in den kommenden Monaten verengen – selbst wenn die globalen Referenzpreise zunächst Stabilität signalisieren. In einem Marktumfeld, das bereits von Wetterrisiken, regulatorischen Veränderungen und steigenden Nachhaltigkeitsanforderungen geprägt ist, unterstreicht der Engpass in der Elfenbeinküste die Anfälligkeit der globalen Kakaolieferkette.

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