Nestlé schlägt neue Verwaltungsräte vor
Der ehemalige Präsident der Schweizerischen Nationalbank (SNB) und die CEO, «Global Baby, Feminine und Family Care» des Konsumgüterherstellers, Procter & Gamble, sollen für Nestlé in den Verwaltungsrat kommen.
Der Nahrungsmittelkonzern will Ma. Fatima D. (Fama) Francisco, CEO des Geschäftsbereichs Global Baby, Feminine and Family Care bei Procter & Gamble (P&G), sowie Thomas Jordan, früherer Präsident des Direktoriums der Schweizerischen Nationalbank (SNB), in den Verwaltungsrat wählen. Die Wahl soll an der Generalversammlung am 16. April 2026 erfolgen, wie Nestlé in einer Pressemeldung schreibt.
Fama Francisco ist US-Staatsbürgerin mit philippinischen Wurzeln. Sie begann 1989 bei P&G als erste Verkaufsleiterin des Unternehmens auf den Philippinen und übernahm seither verschiedene Führungsfunktionen in unterschiedlichen Geschäftsbereichen und Regionen. Derzeit leitet sie das globale Geschäft mit Baby-, Damenhygiene- und Familienpflegeprodukten. Sie ist ausserdem Verwaltungsratsmitglied im Technologiekonzern HP Inc.
Thomas Jordan war von 2012 bis 2024 Präsident des SNB-Direktoriums. Er trat 1997 in die Nationalbank ein und hatte unter anderem Funktionen als Forschungsleiter, Chief Investment Officer und Vizepräsident des Direktoriums inne. Während seiner Amtszeit vertrat er die Schweiz unter anderem beim Internationalen Währungsfonds, bei der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich sowie im Financial Stability Board.
Mit der Nominierung sollen die Kompetenzen im Konsumgütergeschäft, in der Makroökonomie und bei Finanzmarktfragen gestärkt werden. Für die Lebensmittelindustrie und den Handel sei die strategische Ausrichtung des weltweit grössten Nahrungsmittelkonzerns von hoher Bedeutung, insbesondere mit Blick auf Marktumfeld, Investitionen und Governance-Strukturen.
Mit den beiden Kandidaten werden 13 unabhängige Mitglieder im Nestlé-Verwaltungsrat Einsitz nehmen. Laut Nestlé-Statuten besteht dieses Gremium aus mindestens sieben Mitgliedern. Das Unternehmen will den Verwaltungsrat künftig stärker einbinden und passt dazu die Corporate Governance und die Ausschussstruktur an. Geplant sind laut Nestlé zusätzliche Sitzungen sowie eine Neuordnung der Komitees:
So soll das bisherige Sustainability Committee zum Science, Technology und Sustainability Committee erweitert werden. Es soll neben Umwelt- und Sozialthemen auch wissenschaftliche und technologische Fragen begleiten. Das Chair’s and Corporate Governance Committee werde aufgelöst. Finanzthemen soll ein neues Audit- und Finance–Committee übernehmen, Governance–Aufgaben ein neu gebildetes Nomination and Corporate Governance Committee. Das Compensation Committee bleibe unverändert bestehen. Jedes Verwaltungsratsmitglied soll künftig in zwei Ausschüssen vertreten sein. Die Gesamtverantwortung bleibt laut Nestlé beim Verwaltungsrat.