Lidl will mit seinem neuen Programm das Einkommen der Kakaoproduzenten verbessern.
Quelle: Symbolbild Sara Gomes/Unsplash
Schon seit einigen Jahren verarbeitet Lidl Deutschland für seine Eigenmarken ausschliesslich Fairtrade-Kakao. Nun geht der Discounter einen Schritt weiter: Als erster Lebensmitteldetailhändler in Deutschland stellt Lidl ab März 2026 sein gesamtes Eigenmarken-Tafelschokoladensortiment in Festlistung auf ein neues Living-Income-Programm um, das von Fairtrade entwickelt wurde, wie Lidl mitteilt.
Zusätzlich zum Fairtrade-Preis zahlt Lidl künftig einen festen Betrag pro Tonne Kakao, laut lz-net sind es 276 Euro. Dieser sogenannte Booster fliesst in Massnahmen, um die Produktivität der Kakaofarmen zu steigern und das Einkommen der Produzenten zu diversifizieren, etwa indem sie neben Kakao noch Gemüse anbauen oder Nutztiere halten. Beides soll das Einkommen der Kakaoproduzenten verbessern.
Lidl will den Booster während mindestens fünf Jahren zahlen, unabhängig von Weltmarktschwankungen. Die Mehrkosten trägt Lidl nach eigenen Angaben selbst, die Aldi-Schokolade wird also nicht teurer. Mit der Umstellung will Lidl einen neuen Branchenstandard setzen, wie es in der Mitteilung weiter heisst.
Auch in den Niederlanden, Belgien, Luxemburg und Österreich startet Lidl im März 2026 mit Fairtrade die Umsetzung des Living-Income-Programms.
Lidl adressiert mit seinem Living-Income-Problem ein grosses Problem der Kakaobranche. Trotz Rekordpreisen von über 10'000 US-Dollar pro Tonne Kakao, leben 30 bis 60 Prozent der Kakaobauern in Ghana und der Elfenbeinküste in extremer Armut. Hohe Weltmarktpreise kommen nicht vollständig bei den Kakaobauern an und lösen die strukturellen Probleme nicht. Deshalb brauche es Unternehmen, «die langfristig und verbindlich in zukunftsfähige Lieferketten investieren», schreibt Lidl.