Der Bund will die Schweiz frei von der Tierseuche LSD halten. Deshalb dürfen diese Saison keine Schweizer Kühe in Frankreich gesömmert werden.
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Westschweizer Bauern dürfen diesen Sommer ihre Kühe nicht mehr nach Frankreich zur Sömmerung schicken, betroffen sind rund 260 Betriebe. Der Bund hat ein Verbot erlassen, um ein Einschleppen der hochansteckenden Tierseuche Lumpy Skin Disease (LSD) zu verhindern. Denn laut dem Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) wären die volkswirtschaftlichen Kosten eines Ausbruchs «enorm». Das schrieb das BLV in einer internen Powerpoint-Präsentation, die am 4. Februar an einem runden Tisch in Bern gezeigt wurde, wie die «NZZ am Sonntag» berichtet.
Das Problem: 40 Prozent des Schweizer Käses werden exportiert. Alle wichtigen Käsesorten wie Gruyère, Emmentaler, Appenzeller oder Tête de Moine werden aus Rohmilch hergestellt. Genau das könnte bei einem LSD-Ausbruch dem Käse zum Verhängnis werden. Gemäss BLV dürfte gemäss heute geltender Regelung die Ausfuhr in die EU aus einer von der Seuche betroffenen Region nicht mehr möglich sein, wie die «NZZ am Sonntag» schreibt. Auch nach Übersee dürften die Exporte unmöglich werden. So hat etwa Kanada nach dem LSD-Ausbruch in Frankreich ein vollständiges Importverbot für nicht pasteurisierte Milchprodukte verhängt.
«Die Folgen eines Ausbruchs könnten dramatisch sein», sagte BLV-Direktor Laurent Monnerat der Zeitung. Um die Schweiz seuchenfrei zu halten, setzt der Bund auf drastische Massnahmen. Sollte ein Tier an LSD erkranken, müssten die Behörden vorsorglich sämtliche Tiere eines betroffenen Betriebs keulen. In Frankreich haben solche Notschlachtungen bereits zu massiven Protesten von Landwirten geführt.