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Zuckersorghum taugt auch zum Schnapsbrennen

Agroscope testet Zuckersorghum als Rohstoff für Schweizer Spirituosen. Erste Resultate zeigen: Das aromatische Profil reicht von rumähnlich bis kräuterbetont. Agroscope sieht erhebliches Potenzial.

Zuckersorghum wird in China schon zur Herstellung von Spirituosen verwendet.

Quelle: Symbolbild Pixabay

Sorghum zählt weltweit zu den fünf wichtigsten Getreidearten, ist in Europa jedoch wenig verbreitet. In der Schweiz wächst die Kultur auf rund 400 Hektaren, vorwiegend als Futterpflanze. Doch Sorghum kann mehr als nur Futter: Agroscope, das Kompetenzzentrum des Bundes für landwirtschaftliche Forschung, sieht im Zuckersorghum (Sorghum bicolor var. saccharatum) «erhebliches Potenzial» für die Herstellung von Spirituosen, wie es im aktuellen Newsletter von Agroscope heisst.
Im Gegensatz zu Körnersorghum speichern zuckerreiche Sorten fermentierbare Zucker in löslicher Form in den Stängeln – mit Gehalten von bis zu 27,5 Prozent. Zwar reicht das Zuckerprofil nicht für eine Kristallisation zu Zucker, wohl aber für Sirup oder Destillate. In Versuchen von 2022 bis 2024 vergor Agroscope am Standort Reckenholz Roh- und konzentrierten Saft verschiedener Sorten. Destillate aus konzentriertem Saft zeigten ein ähnliches aromatisches Profil wie weisser Rum. Rohsaft-Destillate wiesen ausgeprägtere Kräuter- und Pflanzennoten auf. Eine Fassreifung könnte die aromatische Komplexität weiter steigern, schreibt Agroscope. In China wird aus Sorghum die Spirituose Baijiu gebrannt.
Auch agronomisch ist Zuckersorghum interessant. Die Pflanze gilt als trockenheitstolerant, benötigt wenig Stickstoff und ist resistent gegen Maisschädlinge wie Maiszünsler oder Maiswurzelbohrer. Damit eigne sie sich zur Diversifizierung der Fruchtfolge und als Anpassung an den Klimawandel, betont Agroscope.

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