BO Milch stützt weitere Butterexporte
Der Vorstand der BO Milch hat entschieden, den Export von weiteren 1325 Tonnen Butter zu stützen. Die Überschusssituation bei den Milcheinlieferungen beginnt sich langsam zu entspannen.
Die Branchenorganisation (BO) Milch hat an ihrer Vorstandssitzung vom 25. Februar beschlossen, weitere Mittel freizugeben, um Butterexporte zu unterstützen. Konkret sollen Gelder aus dem Fonds Regulierung verwendet werden, um weitere 1325 Tonnen Butter aus C-Milch zu exportieren, wie die BO Milch in einer Mitteilung schreibt. Die Exporte müssen bis spätestens 30. September erfolgen. Insgesamt werden so in der aktuellen Milchüberschuss-Situation 4855 Tonnen Butter und 2000 Tonnen Rahm gestützt, die Kosten belaufen sich auf 24 Millionen Franken.
Die Milcheinlieferungen seien im Dezember und im Januar 10% über dem Vorjahr gewesen, die daraus resultierende Mehrmenge von 100 Millionen Kilogramm Milch müsse dem Reguliermarkt zugeführt werden, heisst es weiter. Der BO-Milch-Vorstand hatte Mitte November 2025 per 1. Februar 2026 eine Senkung des A-Richtpreises auf 78 Rappen beschlossen. Ferner beschloss er Mitte Januar die Empfehlung, für Mehrmengen über 105% hinaus deutlich weniger als den C-Milchpreis zu bezahlen. Diese Massnahme zeige nun Wirkung, die Überproduktion gehe nun zurück und nähere sich einem Plus von 5%. Es sei aber auch in den kommenden Monaten mit Mehrmengen zu rechnen, auch das Butterlager liege noch 2000 bis 3000 Tonnen über dem normalen Wert.
Die BO Milch warnt ferner «vor übermässigem politischen Aktivismus». Der Veredelungsverkehr von Butter und Milchpulver sei im letzten Jahr zurückgegangen, die Käsehandelsbilanz sei ausgeglichen und die Verkäufe von Molkereiprodukten in der Schweiz seien erfreulich. Die BO Milch will sich in den kommenden Wochen intensiv mit der Situation befassen, um «die richtigen Schlüsse zu ziehen». Der Vorstand habe ein neues Gremium eingesetzt ein zweitägiges Seminar geplant, um mögliche Massnahmen gegen vergleichbare künftige Überschüsse zu diskutieren.
Schliesslich nimmt der BO-Milch-Vorstand «mit Genugtuung zur Kenntnis», dass der Bundesrat in seiner Agrarpolitik 2030+ die Verkäsungzulage erhöhen und an der Absatzförderung im Inland feshalten will. Damit seien zentrale Anliegen der Milchbranche aufgegriffen worden.