Die Coop-Tochter Transgourmet hat letztes Jahr die Mitbewerberin Saviva übernommen.
Quelle: Coop
Der Verein Faire Märkte Schweiz (FMS) fordert eine vertiefte Untersuchung der Marktstellung der Coop-Tochter Transgourmet Schweiz AG im Gastro-Grosshandel. Die Weko soll die Marktstellung von Transgourmet, die Entwicklung der Preise und Lieferkonditionen sowie mögliche wettbewerbsbeschränkende Abreden oder einen kartellrechtlichen Missbrauch prüfen. Am 10. März hat der Verein bei der Wettbewerbskommission (Weko) ein entsprechendes Gesuch eingereicht, wie der Verein mitteilt.
Hintergrund ist, dass die Transgourmet AG letztes Jahr die Gastrogrosshändlerin Saviva übernommen hatte. Damit habe sich die Marktkonzentration im Schweizer Gastro-Grosshandel weiter erhöht, schreibt FMS. Eine aktuelle Auswertung anonymisierter Daten zeigt laut FMS, dass die Coop-Tochter Transgourmet ihre Preise zwischen dem ersten Quartal 2025 und dem ersten Quartal 2026 deutlich erhöht habe. Zusätzlich würden die Betriebe durch verschärfte Lieferkonditionen belastet. Zudem gebe es Hinweise auf eine faktische Lieferverweigerung: Ein Betrieb aus einer Bergregion berichtet gemäss FMS, dass Transgourmet die Belieferung ohne Vorankündigung eingestellt und ihn bei Unterschreitung eines einseitig festgelegten Mindestjahresumsatzes auf Abholmärkte verwiesen habe.
Der Verein FMS sieht darin Hinweise auf eine marktbeherrschende Stellung und einen möglichen Missbrauch durch unangemessene Preise und Geschäftsbedingungen. Betroffen seien besonders kleine und mittlere Gastrobetriebe. FMS fordert die Wettbewerbskommission laut Mitteilung auf, die Marktstellung von Transgourmet im Gastro-Grosshandel erneut vertieft zu prüfen sowie die Preis- und Konditionsentwicklung seit der Übernahme systematisch zu analysieren.
Transgourmet weist auf Anfrage von foodaktuell die Vorwürfe entschieden zurück. Man bewege sich in einem stark umkämpften Markt und die Gastronomiebetriebe hätten eine grosse Auswahl an Lieferanten. «Seit dem Zusammenschluss gab es keine nicht rohstoffbedingten Preissteigerungen», schreibt Transgourmet-Sprecherin Christine Strahm. Transgourmet und Prodega seien in den Abholmärkten und in der Belieferung preislich wettbewerbsfähig. «Viele Kundinnen und Kunden entscheiden sich auch wegen der Preisattraktivität für uns.» Transgourmet biete ein umfassendes Preiseinstiegssortiment unter der Eigenmarke Economy und wöchentlich rund 1000 bis 2000 Aktionspreise. Die Preise und die branchenüblichen Lieferkonditionen seien «transparent auf unserer Homepage publiziert und seit vielen Jahren unverändert». Lieferzuschläge würden «nur mit Augenmass verrechnet». Transgourmet treffe auch ihre Geschäftsentscheidungen «unabhängig und im Einklang mit den geltenden rechtlichen Rahmenbedingungen».