Globaler Milchmarkt: Steigende Milchpreise trotz Rekordproduktion
Die globalen Preise für Milchprodukte steigen, obwohl die Milchproduktion in den wichtigsten Exportregionen ein Rekordniveau erreicht hat. Eine Übersicht.
Milchpulver.
Quelle: zVg scs Swiss sommercial services
Die Produktion von Milchfeststoffen in der EU, den USA und Neuseeland erreichte 2025 ein historisches Hoch. Der zusätzliche Output entsprach nahezu dem Produktionswachstum der vorangegangenen vier Jahre zusammen, wie das Global Dairy Commodity Update vom März 2026 des Marktanalysten Maxum Foods aufzeigt. Auch zu Beginn des Jahres 2026 bleibe die Produktion hoch. Dennoch würden sich die Preise für wichtige Milchprodukte nach den jüngsten Tiefständen wieder erholen. Der aktuelle Preisanstieg werde vor allem durch kurzfristige Nachfrageimpulse und Marktunsicherheit getragen, weniger durch eine knappe Versorgung. Mit der Frühjahrsproduktion in der Nordhemisphäre könnte sich die Marktsituation jedoch wieder verändern.
In der EU wächst die Milchproduktion weiterhin kräftig und dürfte saisonal weiter steigen. Gleichzeitig bleiben die Spotpreise für Rohmilch niedrig, während viele Verarbeitungsbetriebe an der Kapazitätsgrenze arbeiten. Die Verarbeitung konzentriert sich derzeit vor allem auf Magermilchpulver und Butter. Die Milchpreise für Erzeuger stabilisieren sich laut den Marktanalysten nahe der Kostendeckung. In Neuseeland sinkt die Milchproduktion saisonal, liegt jedoch weiterhin über den Erwartungen. Gute Preise und hohe Futtermittelimporte stützen laut dem Global Dairy Update die Produktion. Der starke Handel auf der Plattform Global Dairy Trade veranlasste Fonterra, die Prognose für den Milchpreis 2025/26 anzuheben. In den USA lag die Milchproduktion im Januar unter den Erwartungen, obwohl der Milchkuhbestand wächst. Die Nachfrage zeigt ein gemischtes Bild: schwache Pizza-Verkäufe und Filialschliessungen grosser Ketten dämpfen den Konsum. Unterstützend wirken jedoch staatliche Lebensmittelkäufe. Der globale Handel mit Milchprodukten erreichte 2025 ein Rekordniveau. Ein grosser Exportüberschuss in der zweiten Jahreshälfte sowie ein schwächerer US-Dollar förderten die Ausfuhren trotz geopolitischer Spannungen.
Auch in Australien lag die Milchproduktion zuletzt über den Erwartungen. Für die kommenden Monate besteht jedoch Unsicherheit: Prognosen erwarten unterdurchschnittliche Niederschläge und überdurchschnittliche Temperaturen in weiten Teilen des Südens. Zudem liegen die Wasserpreise auf einem Sechsjahreshoch, während die Futtermittelkosten relativ stabil bleiben. Für die Saison 2026/27 wird ein Milchwert von rund 7,70 australischen Dollar pro Kilogramm Milchfeststoffe erwartet (etwa 5,40 US-Dollar). Verarbeiter könnten künftig Preisaufschläge zahlen müssen, um zusätzliche Milchmengen zu sichern.