Die Migros will ihr Filialnetz vergrössern.
Quelle: Symbolbild GMZ
Der Onlinehändler Galaxus, der Gesundheitsanbieter Medbase und die Migros-Bank waren letztes Jahr erfolgreich unterwegs. Im Kerngeschäft kam die Migros jedoch nicht wirklich vom Fleck, wie Migros-Chef Mario Irminger an der Bilanzmedienkonferenz vom Dienstag einräumen musste (
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Irminger begründete den Umsatzverlust im Lebensmittelhandel mit Preissenkungen. Zudem seien viele Läden wegen Sanierungen geschlossen gewesen. «Wenn man so investiert, verliert man naturgemäss Marktanteile», sagte Irminger. Die Supermarktstrategie der Migros sei jedoch nicht gescheitert, sondern «in Umsetzung». Ab 2028, spätestens aber 2030 wolle die Migros wieder Marktanteile gewinnen, sagte Irminger.
Zwei Milliarden fürs Filialnetz
Die Migros setzt dabei zum einen auf 1000 Produkte des täglichen Bedarfs zu Tiefpreisen, rund 500 Millionen Franken will die Migros jährlich darin investieren. «Die Preise dieser 1000 Produkte halten wir auf Marktniveau, egal, wie sich die Marktpreise entwickeln», sagte Irminger. Zudem will die Migros näher an ihre Kundschaft. Bis 2030 sollen 140 neue Läden entstehen. 36 sollen dieses Jahr eröffnen, 30 im nächsten Jahr. Zudem will die Migros 350 Filialen modernisieren. Insgesamt will die Migros dazu in den nächsten Jahren zwei Milliarden Franken ins Filialnetz investieren. Gleichzeitig mahnte Irminger zur Geduld: Neue Standorte erreichten ihre Umsatzziele oft erst nach drei bis fünf Jahren.
Das Geld für die Investitionen will Irminger einerseits bei Preisverhandlungen mit «hochprofitablen» internationalen Markenartikelherstellern holen; die Preise der Schweizer Bauern wolle die Migros aber nicht drücken, sagte Irminger. Zum anderen setzt Irminger auf Effizienzgewinne und schliesst dabei auch strukturelle Reformen nicht aus. Konkret geht es etwa um die Aufteilung zentraler Funktionen wie IT und Logistik zwischen dem Migros-Genossenschafts-Bund, der Supermarkt AG und den regionalen Genossenschaften. «Wir müssen einfacher und effizienter werden, um erfolgreich und konkurrenzfähig zu sein», so Irminger.
Konzernumbau fast abgeschlossen
Im Zuge ihrer Transformation hat die Migros 21 Firmen verkauft oder geschlossen. Mit der Ankündigung des Verkaufs von Tegut sei der Konzernumbau im Wesentlichen abgeschlossen, sagte Irminger an der Medienkonferenz. Man sei die «Verlustbringer» losgeworden. Künftig konzentriert sich die Migros auf die Bereiche Lebensmitteldetailhandel, Non-Food-Detailhandel, Finanzdienstleistungen und Gesundheit. Damit habe die Migros noch sieben Einheiten: Migros, Migros-Industrie, Denner, Migrol/Migrolino, Digitec Galaxus, Medbase und die Migrosbank. «Sieben Einheiten, das ist führbar», so Irminger.
Ob die Migros im Zuge der Transformation die Zahl ihrer Genossenschaften reduziert, wollte Irminger nicht konkret sagen. Nun gehe es darum, diese sieben Einheiten mit den notwendigen Funktionalitäten auszustatten, damit sie rentabel funktionierten. «Dann machen wir uns Gedanken, wie eine zukünftige Führungsstruktur aussehen könnte.»