Mutterkuh Schweiz: Fusion geplatzt
Die geplante Fusion zwischen Mutterkuh Schweiz und der Interessengemeinschaft Bio Weide-Beef (IG BWB) ist gescheitert.
Die Angus sowie die Limousin-Züchter wollten keine Fusion.
Quelle: zVg angus-club
An der Vereinsversammlung von Mutterkuh Schweiz am Mittwoch, 25. März in der Vianco Arena Brunegg wurde die erforderliche Dreiviertelmehrheit für eine Fusion mit Bio Weide-Beef mit 151 Ja-Stimmen bei 221 abgegebenen Stimmen verfehlt.
Gegen den Zusammenschluss stellten sich unter anderem die beiden grössten Rassenclubs Limousin und Angus. Sie kritisierten, dass über Bio Weide-Beef auch Tiere aus der Milchproduktion vermarktet werden. Dies widerspreche dem Grundsatz der Mutterkuhhaltung, wonach Kälber bei der Mutterkuh aufwachsen, und führe zu einer Verwässerung der Standards. Somit werden die rund 350 IG-BWB-Produzenten, die noch nicht Mitglied von Mutterkuh Schweiz sind, nicht automatisch aufgenommen. Sie müssen eine Mitgliedschaft einzeln beantragen. Bereits heute sind etwa 250 der insgesamt gut 600 BWB-Mitglieder bei Mutterkuh Schweiz organisiert.
Die IG BWB hatte sich an ihrer Generalversammlung einstimmig für die Fusion ausgesprochen. Erwartet wurden Synergien sowie ein Zugang zu professionellen Dienstleistungen der Geschäftsstelle von Mutterkuh Schweiz. Der Entscheid hat keinen Einfluss auf die Übernahme der BWB-Richtlinien durch Mutterkuh Schweiz per 1. Januar 2026.
Mutterkuh Schweiz zählt rund 6000 Mitglieder und ist ein zentraler Akteur in der Schweizer Fleischproduktion. Die gescheiterte Fusion zeigt bestehende Spannungen zwischen unterschiedlichen Produktionssystemen innerhalb der Branche. Die Vereinsversammlung ist das höchste Organ von Mutterkuh Schweiz. Eine gewisse Anzahl Teilnehmende ist wichtig, damit die Beschlüsse der Vereinsversammlung breit abgestützt sind und die Meinung der Basis widerspiegeln.