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Milchhändler Mooh fordert mehr Solidarität

Mooh, der grösste Schweizer Milchhändler, erlitt 2025 trotz einer Umsatzsteigerung einen starken Verlust. An der Delegiertenversammlung in Rothenthurm forderten die Produzenten mehr Solidarität der Branche bei der Marktentlastung.

Mooh-Präsident Martin Hübscher.

Quelle: Roland Wyss-Aerni

Hohe Milchmengen, sinkende Nachfrage bei den Hauptkunden und internationale Preiseinbrüche führten beim Milchhändler Mooh zu einem schwierigen Geschäftsjahr 2025. Hinzu kamen Überschüsse in der EU sowie begrenzte Verarbeitungskapazitäten. Der Umsatz stieg so auf 458 Millionen Franken, unter dem Strich entstand aber ein Jahresverlust von 626'000 Franken. Die Mooh-Milchproduzenten lieferten insgesamt 573 Mio. Kilogramm Milch.
«Wir haben den Winkelried gemacht», sagte Mooh-Präsident Martin Hübscher an der Delegiertenversammlung vom 9. April in Rothenthurm. Mooh habe schon früh reagiert und im Herbst 2025 und im Rahmen der Beschlüsse der ganzen Branche grosse Mengen an C-Milch für den Export verkauft, um den Markt zu entlasten. Käsereien und Molkereien verschonten ihre Direktlieferanten von Mengeneinschränkungen und C-Milchmengen und kauften bei Produzentenorganisationen wie Mooh einfach weniger Milch. Davon profitierten die Direktlieferanten zwar kurzfristig, langfristig aber würden sich Mooh und andere benachteiligte Produzentenorganisationen ihre Marktanteile zurückerkämpfen, was unweigerlich zu einem Preisverfall für alle Milchproduzenten führen werde. Auch verschiedene Votanten äusserten an der Versammlung ihren Unmut darüber, dass die Massnahmen der Branche und die gemeinsam beschlossene Verteilung der C-Milch nicht umgesetzt würden. Manche forderten einen Austritt von Mooh aus der Branchenorganisation Milch oder einen Stopp der Beitragszahlungen an die Schweizer Milchproduzenten (SMP).
Die Delegierten verabschiedeten mit klarer Mehrheit eine Resolution an die Schweizer Milchproduzenten (SMP) und die Branchenorganisation Milch (BOM). Diese werden aufgefordert, verbindliche Regeln zur gleichmässigen Marktentlastung zu schaffen, Transparenz herzustellen und fehlbare Mitglieder zu sanktionieren.
Mooh handelt auch selber und passt die Strategie an. Kernpunkte sind die Sicherung verlässlicher Absatzkanäle, der Aufbau eigener Verarbeitungskapazitäten für saisonale Milchspitzen sowie die Stärkung des Inlandabsatzes. So werden in der Käserei Laubbach, die Mooh gehört, die Produktionskapazitäten vergrössert.
An der Versammlung wurden Manuel Ender und Peter Nüesch als neue Verwaltungsräte gewählt, Hans Tanner wurde verabschiedet.

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