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FAO warnt vor neuer globaler Nahrungsmittelkrise

Noch sind die globalen Lebensmittelpreise stabil. Laut FAO könnte die Krise an der Meerenge von Hormuz eine Kettenreaktion mit steigenden Lebensmittelpreisen mit Folgen bis 2027 auslösen.

Ein Frachter der Reederei Maersk.

Quelle: zVg maersk

Die USA haben ihre Gegenblockade der Strasse von Hormus begonnen. 15 Kriegsschiffe kontrollieren die iranischen Häfen, um den Iran in die Knie zu zwingen, der zuvor die für den weltweiten Schiffsverkehr wichtige Meerenge, wo bis zu 45 Prozent zentraler Agrarinputs wie Dünger und Energie transportiert werden, sperrte. Die USA blockieren den Seeweg für alle Tanker, die iranische Häfen ansteuern oder aus diesen auslaufen. Handelsschiffe, die keinen Iran-Bezug haben und nicht sanktioniert sind, sind laut Medienberichten von der Blockade nicht betroffen. Der Schiffsverkehr unter US-Kontrolle habe laut Wall Street Journal wieder leicht zugenommen hat. Dennoch liegt das Aufkommen noch deutlich unter dem früheren Niveau.
Die FAO fordert eine rasche Wiederaufnahme des Schiffsverkehrs durch die Strasse von Hormus. Verzögerungen könnten laut einer Mitteilung der UNO-Organisation eine neue Phase steigender Lebensmittelpreise auslösen. Die FAO sieht Parallelen zur Corona-Pandemie und die Gefahr einer Kettenreaktion. Denn Landwirte würden jetzt vor entscheidenden Aussaatentscheidungen stehen. Knappheit und hohe Preise bei Düngemitteln könnten zu geringeren Erträgen führen – mit Folgen bis 2027. Gleichzeitig steigt laut FAO der Anreiz, Flächen für Biokraftstoffe statt für Nahrungsmittel zu nutzen. Die steigenden Rohstoff- und Lebensmittelpreise könnten politische Eingriffe wie Exportbeschränkungen auslösen. Damit einher gingen steigende Zinsen und schwächeres Wachstum der Volkswirtschaften, so die FAO.
Bereits jetzt reagieren Märkte empfindlich, da Dünger- und Energiemärkte als wenig elastisch gelten. Die FAO richtet einen Appell an Regierungen und fordert den Verzicht auf Exportrestriktionen bei Energie und Düngern, die Überprüfung von Biokraftstoffquoten und
schnelle Finanzhilfen für betroffene Länder, etwa über IWF-Instrumente. Noch seien die globalen Lebensmittelpreise stabil. Ohne schnelle politische Lösungen drohe jedoch eine «Perfect Storm»-Situation, insbesondere bei zusätzlichem Einfluss klimatischer Faktoren wie El Niño.

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