Die Anlagen von Planetary bei der Schweizer Zucker AG in Aarberg.
Quelle: Planetary
Das Team von Planetary.
Quelle: Planetary
Planetary, in in der Schweiz ansässiges Fermentationsunternehmen, hat eine Series-A-Finanzierung über rund 20 Millionen US-Dollar (16 Mio. Franken) abgeschlossen und diese durch Kredite von rund 7,5 Mio. Dollar (6 Mio. Franken) ergänzt. Damit steigt die Gesamtfinanzierung auf rund 40 Mio. Dollar (32 Mio. Franken), an, wie Planetary in einer Mitteilung schreibt. Angeführt wurde die Runde von Radikal Capital und Oetker Ventures, beteiligt sind unter anderem Royal Cosun, arc investors, Green Generation Fund, AgriFoodTech Venture Alliance sowie die bestehenden Investoren Astanor Ventures und XAnge.
Mit dem Kapital will Planetary seine voll integrierte Fermentationsplattform weiter ausbauen. Diese umfasst Bioprozess-Design, Skalierung und industrielle Produktion über das bei WIPO Green listed BioBlocks-System (WIPO ist ein Online-Marktplatz für Umwelttechnologie der Weltorganisation für geistiges Eigentum WIPO, BioBlocks ist das patentierte modulare System für Fermentation von Planetary) . Kern der Strategie ist die globale Lizenzierung der Technologie an agroindustrielle Akteure, insbesondere Zuckerunternehmen, um Nebenströme in hochwertige Proteine, Fasern und Enzyme umzuwandeln.
Parallel treibt das Unternehmen die Kommerzialisierung voran. Nach der landesweiten Einführung eines Mykoprotein-Filets mit Aldi Suisse zu Preisparität folgen weitere Produkteinführungen in Europa unter der Marke Libre. Anwendungen reichen von Fleisch- und Milchalternativen über Hybridprodukte bis hin zu proteinangereicherten Lebensmitteln.
Zudem expandiert Planetary seine Technologie zur Umwandlung von Zucker in Protein international, etwa in Indien. Ziel sind Produktionskosten für Mykoprotein von unter 1 Dollar pro Kilogramm. Mit einer bereits laufenden industriellen Produktion in Aarberg und einer wachsenden Pipeline an Lizenzpartnerschaften positioniert sich das Unternehmen als zentrale Technologieplattform der Fermentationsökonomie.
«Kapital ausserhalb von KI und Verteidigung zu holen, ist heute deutlich aufwändiger als noch vor wenigen Jahren», wird Planetary-CEO David Brandes zitiert. «Doch die jüngsten geopolitischen Turbulenzen und die Volatilität der Rohstoffmärkte stärken die Argumente für ein souveränes, zirkuläres und hochwertiges Ernährungssystem: Kurs halten und standhaft bleiben – nichts, was sich zu bauen lohnt, ist einfach.»
Planetary werde gezielt mit Investoren zusammenarbeiten, welche die Ziele von Planetary teilen und die daran interessiert sind, sich an einer zweiten Abschlussrunde der Finanzierung im Sommer 2026 zu beteiligen, heisst es weiter.