Lebensmittelhandel: Preisüberwacher bestätigt strukturelle Defizite
Der Preisüberwacher schliesst die Marktbeobachtung im Schweizer Lebensmittelhandel ab. Der Verein Faire Märkte Schweiz fordert die Weko auf, die vom Preisüberwacher festgestellten strukturellen Probleme anzugehen.
Der Verein Faire Märkte Schweiz (FMS) ist erstaunt, dass der Preisüberwacher seine Marktbeobachtung zum Schweizer Lebensmitteldetailhandel abschliessen will (foodaktuell berichtete). Die oligopolistische Struktur führe zu vergleichsweise hohen Kosten und begrenztem Wettbewerbsdruck, schreibt FMS in einer Mitteilung. Laut Bericht des Preisüberwachers prägen Coop und Migros den Markt weiterhin stark. Auch der Markteintritt von Discountern wie Aldi und Lidl habe daran wenig geändert, heisst es weiter.
Die Marktkonzentration bleibe hoch. Zudem habe der Preisüberwacher Spielraum für Preissenkungen identifiziert. So würden hohe Bruttomargen und Effizienzdefizite bislang niedrigere Preise für Konsumenten verhindern. Ausserdem äussere sich der Preisüberwacher zu Produzenten- und Verarbeitungspreisen nicht. Diese Preise wurden vom Preisüberwacher nicht analysiert. Obwohl gerade dort der Druck durch die Tiefpreisstrategien der marktmächtigen Detailhändler enorm zugenommen habe. Laut FMS verstärkt dies den Kostendruck im Detailhandel, der entlang der Wertschöpfungskette weitergegeben werde – insbesondere an die Landwirtschaft.
Damit bestehe für Produzenten und Verarbeiter weiterhin eine regulatorische Lücke. Die zu schliessen, wäre eigentlich die Wettbewerbskommission (Weko), die bislang nicht eingegriffen habe, so FMS weiter. Der Verein mit Stefan Flückiger als Präsident, fordert daher konkrete Massnahmen zur Stärkung des Wettbewerbs entlang der gesamten Wertschöpfungskette – von der Produktion bis zum Konsum. FMS fordert die Weko daher auf, dass sie die vom Preisüberwacher festgestellten strukturellen Probleme nicht nur zur Kenntnis nimmt, sondern konkrete Massnahmen in die Wege leitet.