5

Um ohne Wartezeit zum Artikel zu gelangen, benötigen Sie ein Abonnement.

Bereits registriert oder Abonnent:in?

Login

Jetzt Abo abschliessen

Probe Abo

Kostenlos

Geniessen Sie für einen Monat kostenlos alle Vorzüge eines Premiumabos.

Premium

ab CHF 98.–/Jahr

Online

Erhalten Sie uneingeschränkten Zugang zu allen Online-Beiträgen.

mit Papierrechnung ab 123.–

Premium Plus

ab CHF 170.–/Jahr

Online

Print

Uneingeschränkter Onlinezugang

Plus monatlich das gedruckte Magazin im Briefkasten.

mit Papierrechnung ab 195.–

Kartoffeln wird bei Feldversuch Gen gegen Fäulekrankheit eingesetzt

Ein eingesetztes Gen soll Kartoffeln resistenter gegen Kraut- und Knollenfäule machen. Nun werden die gentechnisch veränderten Kartoffeln versuchsweise freigesetzt. Die Schweizer Allianz Gentechfrei (SAG) ist damit nicht einverstanden.

Auf diesem geschützten Versuchsfeld, der sogenannten Protected Site, werden die cisgenen Kartoffeln getestet.

Quelle: Agroscope, Jonas Winizki

Rund tausend Schweizer Landwirtschaftsbetriebe hätten den Kartoffelanbau in den letzten zehn Jahren aufgegeben, schrieb das Kompetenzzentrum des Bundes für landwirtschaftliche Forschung Agroscope am Dienstag. Häufiger auftretende Krankheiten und Schädlingsbefall, Einschränkungen beim Einsatz von Pflanzenschutzmitteln und extreme Wetterbedingungen führten zu Ertragsverlusten und erschwerten den erfolgreichen Kartoffelanbau.
Hier setzt das neue Forschungsprojekt von Agroscope an: Auf dem geschützten Gelände in Reckenholz ZH testet Agroscope die an der Universität Wageningen entwickelte Kartoffellinie P49 27 im Feld. Die Versuchslinie enthält das Resistenzgen Rpi-chc1, das aus der Wildkartoffel Solanum chacoense stammt. Das Resistenzgen ermögliche eine natürliche Abwehr gegen den Pilz der Kraut- und Knollenfäule, die «weltweit bedeutendste Kartoffelkrankheit», so Agroscope. Da ausschliesslich ein arteigenes Kartoffelgen eingefügt wurde, gilt die Linie als «cisgen».
Der Feldversuch schaffe die Grundlage, um weiter an krankheitsresistenteren Kartoffelsorten zu forschen, die toleranter gegen Trockenheit und Hitze seien, so Agroscope weiter. Agroscope arbeitet gemeinsam mit Forschungspartnern aus den Niederlanden und Schweden an zwei für die Schweiz besonders wichtigen Sorten, Innovator und Erika, und der alten Sorte Désirée als Forschungsstandard.
Der Versuch werde von Frühjahr 2026 bis Herbst 2030 durchgeführt, teilte das Bundesamt für Umwelt (Bafu) mit, und solle Aufschluss darüber geben, wie sich die Kartoffeln auf dem Feld verhielten. Während des Freisetzungsversuchs müsse Agroscope sicherstellen, dass sich das gentechnisch veränderte Material nicht ausserhalb des Geländes verbreitet.
Für den Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen zu Forschungszwecken gibt es in der Schweiz eine Bewilligungspflicht. In der landwirtschaftlichen Produktion sind gentechnisch veränderte Pflanzen nicht zugelassen - hier herrscht ein Moratorium, das noch bis Ende 2030 andauert.
Versuch mit Pommes-Kartoffel «nicht nachhaltig»
Die Schweizer Allianz Gentechfrei (SAG) schrieb am Dienstag in einer Mitteilung, dem Versuch fehle es an wissenschaftlichen Grundlagen und Interessenkonflikte würden im Gesuch nicht offengelegt. Das verwendete Gen sei ausserdem bereits patentiert, was den freien Zugang erschweren könnte.
Die Kartoffelsorte «Innovator», die für den Versuch beantragt worden ist und «von sich aus nur eine geringe bis mittlere Anfälligkeit gegenüber Kraut- und Knollenfäule aufweise», diene der Pommes-frites-Herstellung. Sie sei auf eine industrielle Landwirtschaft ausgerichtet, die weder nachhaltig noch ressourceneffizient sei.

Eigeninserat Veranstaltungen Eigeninserat Veranstaltungen

Wichtige Nachricht verpasst?

Nicht wenn Du den kostenlosen Newsletter abonniert hast.

Datenschutz