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FMS: Migros-Skonto bringt Obst- und Gemüsebauern um Millionen

Faire Märkte Schweiz (FMS) wirft der Migros missbräuchliche Vertragsbedingungen vor. Ein pauschaler Skontoabzug von 3 Prozent koste Produzenten jährlich rund 12 Millionen Franken.

Die Schweizer Früchte- und Gemüseproduzenten verlieren gemäs FMS jährlich rund 12 Millionen Franken durch das Skonto-Regime der Migros.

Quelle: Symbolbild Nick Fewings

Faire Märkte Schweiz (FMS) hat bei der Wettbewerbskommission (Weko) Anzeige gegen die Migros eingereicht. Der Verein sieht im Skonto-Regime der Detailhändlerin einen möglichen Missbrauch einer marktbeherrschenden Stellung, wie der Verein in einer Mitteilung schreibt. Nach Berechnungen von FMS verlieren Schweizer Früchte- und Gemüseproduzenten dadurch jährlich rund 12 Millionen Franken.
Das Skonto-Regime der Migros gibt es seit beinahe 20 Jahren. Ein Skonto ist üblicherweise ein Preisnachlass für rasche Zahlungen innerhalb einer bestimmten Frist. Das heutige Migros-System entspreche jedoch keinem echten Skonto, schreibt der FMS. Vielmehr handle es sich um einen pauschalen Abzug von 3 Prozent auf den verrechneten Warenwert. Die Lieferanten hätten faktisch keine Wahl zwischen einer schnellen Zahlung mit Abzug oder einer späteren Zahlung ohne Abzug. Der Abzug werde vielmehr als zwingender Bestandteil der Geschäftsbeziehung angewendet. Dies belaste die ohnehin engen Margen der Obst- und Gemüsebauern zusätzlich.
FMS kritisiert zudem die starke Marktmacht der grossen Detailhändler. Viele Produzenten hätten wegen fehlender Alternativen kaum Möglichkeiten, sich gegen solche Vertragsbedingungen zu wehren. Verschiedene Lieferantenorganisationen hätten in der Vergangenheit erfolglos versucht, Anpassungen bei Migros zu erreichen.
Bereits im Juni 2025 hatte FMS eine ähnliche Anzeige gegen Coop eingereicht. Coop zog die beanstandeten Konditionen mit pauschalen Rückvergütungen von ebenfalls 3 Prozent später zurück. Im Unterschied dazu sei das Migros-Regime über Jahre hinweg dauerhaft angewendet worden und habe die Marktbedingungen zulasten der Produzenten geprägt, argumentiert FMS. Der Verein fordert die Weko nun auf, die Praxis vertieft zu prüfen und wettbewerbsrechtliche Schritte einzuleiten.
Migros weist Kritik zurück
Die Migros bezeichnete gegenüber CH Media die Kritik von FMS als nicht nachvollziehbar. Die Skonto-Regel sei «seit Jahrzehnten Usus, rechtlich einwandfrei und in der Praxis bewährt», sagte eine Migros-Sprecherin auf Anfrage. Die Migros lege grossen Wert auf einen korrekten Umgang mit ihren Lieferanten und auf eine faire Preisgestaltung.

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