Eröffnung der Traceless-Produktionsanlage im Hamburg-Harburg.
Quelle: Jonas Walter/zVg
In seiner ersten industriellen Produktionsanlage verarbeitet das Unternehmen pflanzliche Reststoffe aus der Agrarindustrie zu einem biobasierten Material, das als Alternative zu herkömmlichem Kunststoff eingesetzt werden kann. Laut Traceless handelt es sich um die weltweit ersten industriellen Produktionskapazitäten für thermoplastische Naturpolymere, die direkt als Plastikersatz genutzt werden können
Die patentierte Technologie basiert auf einem Extraktionsverfahren, bei dem Naturpolymere wie Cellulose, Lignin, Stärke oder Proteine aus pflanzlichen Reststoffen gewonnen werden, ohne ihre chemische Struktur zu verändern. Die daraus entstehenden Granulate sind heimkompostierbar und gelten laut Unternehmen nicht als Plastik. Dank seiner thermoplastischen Eigenschaften kann das Material mit Standardtechnologien der Industrie weiter verarbeitet werden. Eingesetzt werden sollen sie unter anderem für Einwegprodukte, Verpackungen, Papierbeschichtungen und Klebstoffe.
Gegenüber konventionellen Kunststoffe spart das neue Material über den gesamt Lebenszyklus 91 Prozent CO2-Emissionen ein, sagt Traceless.
Die neue Anlage umfasst rund 4000 Quadratmeter. Die geplante Jahreskapazität liegt bei rund 3000 Tonnen Material. Zu den ersten Kunden zählen der Papier- und Verpackungshersteller Mondi, der Versandhändler Otto und der Distributionspartner Biesterfeld. Die Produktion soll in den kommenden Monaten schrittweise hochgefahren werden.