Rund 2000 Franken hätten Schweinehalter für jeden stillgelegten Zuchtsauenplatz erhalten sollen.
Quelle: Symbolbild Veronica White/Unsplash
Der Branchenverband Suisseporcs wollte mit einem Stilllegungskonzept gegen den Preiszerfall bei Schlachtschweinen vorgehen. Schweinehalter, die kurz vor der Betriebsaufgabe stehen, hätten einen finanziellen Anreiz erhalten sollen, früher auszusteigen. Ziel war es, jährlich rund 1500 Zuchtsauenplätze vom Markt zu nehmen und damit das Angebot an Schlachtschweinen zu reduzieren.
An einer ausserordentlichen Delegiertenversammlung am 27. Mai in Olten fand das Konzept zwar eine Mehrheit, verfehlte aber die nötige Zweidrittelmehrheit von 72 Stimmen ganz knapp, wie Suisseporcs mitteilt. Von 108 anwesenden Delegierten stimmten 69 dafür und 39 dagegen. Laut Suisseporcs-Geschäftsführer Stefan Müller unterstützten die Westschweizer Delegierten die Vorlage fast geschlossen, während die Ostschweizer dagegen waren, wie SRF berichtet. Die Versammlung selbst fand unter Ausschluss der Medien statt. Die lange Diskussion sei «korrekt, aber kontrovers» verlaufen, heisst es in einer Mitteilung von Suisseporcs.
Vorgesehen war eine Richtgrösse von rund 2000 Franken pro Tier. Finanziert worden wäre die Massnahme über einen Fonds, in den alle Schweinehalter eingezahlt hätten. Teilnehmende Betriebe hätten sich verpflichtet, für längere Zeit keine Schweine mehr zu halten.
Der Schlachtschweinepreis war zuletzt innert einer Woche um 50 Rappen auf 3.20 Franken pro Kilogramm gefallen. Stefan Müller rechnet mit weiteren Abschlägen, wie er SRF sagte. Mitte Juni will der Zentralvorstand von Suisseporcs das weitere Vorgehen beraten. Bis allenfalls eine neue Lösung vorliege, dauere es aber. Über das Stilllegungskonzept diskutierte die Branche zwei Jahre.