Nach Abschluss des Konsultationsverfahrens hat Nomad Foods die definitive Schliessung des Findus-Werks in Rorschach per Ende 2026 bestätigt. Laut dem britischen Tiefkühlkonzern konnten die Gespräche mit der Arbeitnehmervertretung und der Gewerkschaft Unia keine umsetzbare Alternative zur langfristigen Sicherung des Standorts aufzeigen. Gemäss einem Schreiben an die Behörden, das foodaktuell vorliegt, wurden zehn Vorschläge eingereicht und geprüft.
Nomad Foods begründet den Schritt mit einem laufenden Produktivitätsprogramm, das Grössenvorteile nutzen und die Wettbewerbsfähigkeit steigern soll. Ein von Mitarbeitenden vorgeschlagenes Management-Buy-out wird nicht umgesetzt. Das Unternehmen erklärte gegenüber dem «St. Galler Tagblatt», die eingereichten Vorschläge seien entweder wirtschaftlich nicht tragfähig gewesen oder hätten der Produktivitätsstrategie widersprochen. Die Verwaltung von Findus Switzerland in Wallisellen mit 35 Mitarbeitenden bleibt bestehen. Auch der Tiefkühlproduktehersteller Verdunova aus dem Rheintal hatte Interesse gezeigt, um an einer Lösung mituzarbeiten. Es sei aber nicht dazugekommen, dass man konkrete Lösungsvorschläge habe anbringen können, erklärt Verdunova-CEO Rosina Dürr gegenüber foodaktuell.
Von der Schliessung betroffen sind 45 Arbeitsplätze auf Vollzeitbasis und 22 temporäre Mitarbeitende. In Rorschach werden derzeit Tiefkühlprodukte wie Plätzli, Lasagne und Cannelloni der Marke Findus sowie Eigenmarken für den Detailhandel hergestellt. Künftig soll die Produktion in Werken von Nomad Foods in Italien und Spanien erfolgen. Die Produkte werden laut Unternehmen weiterhin mit wichtigen Schweizer Zutaten hergestellt und in der Schweiz erhältlich bleiben.
Für die betroffenen Mitarbeitenden sind verschiedene Unterstützungsangebote vorgesehen. Dazu zählen Jobvermittlung, Coaching, Schulungen, psychologische Betreuung sowie individuelle finanzielle Unterstützung. Gemäss Unia gehören dazu auch zusätzliche Monatslöhne, Hilfe bei Bewerbungen, verkürzte Kündigungsfristen bei erfolgreicher Stellensuche und Frühpensionierungen. Die Gewerkschaft will die Mitarbeitenden in den kommenden Wochen individuell beraten. Einige Mitarbeitende werden für den Rückbau der Fabrik und für die Unterstützung der Produktionsverlagerung benötigt, ihnen wird Ende März 2027 gekündigt.