5

Um ohne Wartezeit zum Artikel zu gelangen, benötigen Sie ein Abonnement.

Bereits registriert oder Abonnent:in?

Login

Jetzt Abo abschliessen

Probe Abo

Kostenlos

Geniessen Sie für einen Monat kostenlos alle Vorzüge eines Premiumabos.

Premium

ab CHF 98.–/Jahr

Online

Erhalten Sie uneingeschränkten Zugang zu allen Online-Beiträgen.

mit Papierrechnung ab 123.–

Premium Plus

ab CHF 170.–/Jahr

Online

Print

Uneingeschränkter Onlinezugang

Plus monatlich das gedruckte Magazin im Briefkasten.

mit Papierrechnung ab 195.–

Deutsche Studie warnt vor Strukturwandel in der Lebensmittelverarbeitung

Die Zahl der Lebensmittelverarbeiter in Deutschland ist seit 2002 stark gesunken, während Grossunternehmen ihre Marktstellung ausgebaut haben. Eine Studie der Universität Freiburg sieht Risiken für Wertschöpfung, Versorgungssicherheit und ländliche Regionen.

Die deutsche Lebensmittelverarbeitung befindet sich laut einer neuen Studie in einem tiefgreifenden Strukturwandel. Besonders betroffen sind kleine und mittlere Unternehmen (KMU) sowie handwerklich geprägte Betriebe. Seit 2002 ist die Zahl der Unternehmen im Sektor um 44 Prozent zurückgegangen. In Teilbranchen wie Fleischzerlegung, Mühlen und Bäckereien wurden Rückgänge von bis zu 60 Prozent verzeichnet. Gleichzeitig hat sich die wirtschaftliche Bedeutung grosser Unternehmen weiter erhöht.
Die Untersuchung beschreibt eine zunehmende Markt- und Machtkonzentration. Grossunternehmen erwirtschaften demnach 83 Prozent des Branchenumsatzes, obwohl sie lediglich drei Prozent aller Unternehmen ausmachen. In mehreren Branchen kontrollieren die grössten Anbieter bereits mehr als 70 Prozent des Umsatzes. Die Zahl der Betriebe sinkt damit kontinuierlich, während der Gesamtumsatz des Sektors steigt.
Als Ursachen nennt die Studie unter anderem hohen Preisdruck, steigende Energie-, Rohstoff- und Personalkosten, Fachkräftemangel, Probleme bei der Unternehmensnachfolge sowie regulatorische Belastungen. Gleichzeitig verfügten grosse Unternehmen über Vorteile durch Skaleneffekte, Automatisierung und höhere Innovationskapazitäten. Zudem würden Förderinstrumente und regulatorische Anforderungen häufig grössere Betriebe begünstigen.
Die Folgen reichen laut den Autoren über wirtschaftliche Aspekte hinaus. Mit dem Rückzug regionaler Verarbeitungsbetriebe gingen lokale Wertschöpfung, Ausbildungsplätze und handwerkliches Wissen verloren. Besonders ländliche Regionen seien betroffen, da dort rund 62 Prozent der verarbeitenden KMU angesiedelt seien. Die Studie warnt ausserdem vor einer geringeren Resilienz des Ernährungssystems, wenn immer weniger Unternehmen einen immer grösseren Teil der Lebensmittelproduktion kontrollieren.
Weitere Risiken sehen die Autoren in der Abhängigkeit von globalen Lieferketten, im Verlust kultureller und kulinarischer Vielfalt, in einer wachsenden Marktmacht grosser Konzerne sowie in der langsamen Dekarbonisierung der Branche. Gleichzeitig verweist die Studie auf erfolgreiche Innovationsbeispiele kleiner Betriebe. Diese könnten jedoch die strukturellen Probleme allein nicht lösen. Gefordert werden deshalb koordinierte Massnahmen von Politik, Verbänden, Unternehmen, Konsumentinnen und Konsumenten sowie der Wissenschaft, um die Vielfalt und Resilienz der Lebensmittelverarbeitung langfristig zu sichern.

Emmi - beleaf Emmi - beleaf

Wichtige Nachricht verpasst?

Nicht wenn Du den kostenlosen Newsletter abonniert hast.

Datenschutz