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Nestlé-Chef sieht Risiko für Preiserhöhungen

Der Krieg im Nahen Osten könnte nach Einschätzung von Nestlé-Chef Philipp Navratil den Inflationsdruck wieder erhöhen und damit möglicherweise im nächsten Jahr weitere Preisanpassungen beim weltgrössten Nahrungsmittelkonzern nötig machen.

Nestlé-Chef Philipp Navratil.

Quelle: zVg wiki

Die Entwicklung der Energiepreise und deren Auswirkungen auf die Kosten würden genau beobachtet, sagte Navratil am Dienstag an einer Investorenkonferenz in Paris. Zwar hätten sich die Preise für wichtige Rohstoffe wie Kaffee und Kakao zuletzt entspannt. Gleichzeitig bestehe das Risiko, dass der Konflikt über höhere Energiepreise neue Kostensteigerungen auslöse, sagte Navratil. Diese könnten sich auf Transport, Verpackungen oder auch Düngemittel auswirken und damit entlang der gesamten Wertschöpfungskette für zusätzlichen Inflationsdruck sorgen.
Kurzfristig sieht Nestlé allerdings keine grösseren Auswirkungen. Der Konzern habe sich gegen Kostensteigerungen weitgehend abgesichert und sei für das erste Halbjahr geschützt, erklärte Navratil. Höhere Preise für Düngemittel könnten sich aber im nächsten Jahr zeigen.
Weitere Preiserhöhungen bei den eigenen Produkten schliesst der Konzernchef deshalb nicht aus. Man werde beobachten, «wie sich dieser Inflationsdruck entwickelt» und danach entscheiden, welche Preisanpassungen erforderlich seien. Diese würden jedoch «Markt für Markt und Kategorie für Kategorie» vorgenommen und nicht pauschal umgesetzt. «Es ist deutlich teurer, Konsumenten zurückzugewinnen, nachdem man sie verloren hat und sie abgesprungen sind, weil das Preis-Leistungs-Verhältnis nicht mehr gestimmt hat.»
Direkte Auswirkungen des Nahost-Kriegs auf das Geschäft sieht Nestlé derzeit dagegen kaum. Im Nahen Osten, der rund 3 Prozent zum Konzernumsatz beiträgt, habe der Konzern bislang «keine grossen Veränderungen der Nachfrage festgestellt». In einzelnen südostasiatischen Schwellenländern wie den Philippinen beobachtet Nestlé allerdings Veränderungen im Konsumverhalten. Höhere Treibstoffkosten führten dazu, dass Konsumenten häufiger zu Hause blieben, näher am Wohnort einkauften und mehr Mahlzeiten zu Hause konsumierten. Davon könnten die Marken des Konzerns profitieren, sagte Navratil.

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