Viele Bäckereien kämpfen seit Jahren mit steigenden Produktionskosten.
Quelle: zVg baeckereihandwerk
Im deutschen Rossleben-Wiehe (Thüringen) ist ein weiteres Traditionsunternehmen aus wirtschaftlichen Gründen am Ende. Die Bäckerei Lampe GmbH & Co. KG hat Insolvenz angemeldet, wie topagrar.de schreibt. Das Unternehmen betreibt 44 Filialen in Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt und beschäftigt rund 280 Mitarbeitende.
Für die wirtschaftlichen Schwierigkeiten würden stark gestiegene Kosten für Energie, Personal und Rohstoffe gelten. Die zurückhaltende Konsumstimmung sorge für den Rest. Laut dem Bericht aufgrund des Insolvenzverwalters würden zudem der intensive Preiswettbewerb und günstige Backwarenangebote im Discounthandel die Ertragslage vieler Handwerksbäckereien belasten.
Die Bäckerei hatte ihr Filialnetz in den vergangenen Jahren deutlich ausgebaut. Unter anderem übernahm das Unternehmen 2016 insgesamt 31 Standorte der insolventen Bäckereikette «Der Stadtbäcker» in Sachsen-Anhalt. Trotz des Insolvenzantrags soll der Geschäftsbetrieb vorerst uneingeschränkt fortgeführt werden und die Filialen geöffnet bleiben. Auch die Versorgung mit Rohstoffen sei nach Angaben des Insolvenzverwalters gesichert. Ziel des Verfahrens ist die Sanierung und der Erhalt des Unternehmens. Dafür sollen nun entsprechende Restrukturierungsmassnahmen geprüft und umgesetzt werden.
Der Fall der Bäckerei reiht sich laut topagrar in eine Serie von Insolvenzen und Betriebsschliessungen im deutschen Bäckerhandwerk ein. Viele Betriebe kämpfen seit Jahren mit steigenden Produktionskosten, Fachkräftemangel und einem verschärften Wettbewerb durch den Lebensmitteleinzelhandel und Discounter.