Agroscope richtet sein Forschungsportfolio neu aus. Hintergrund sind Sparmassnahmen von Parlament und Bundesrat, die das ordentliche Budget des Bundeskompetenzzentrums für landwirtschaftliche Forschung bis Ende 2029 gegenüber 2023 schrittweise um rund 10 Mio. Franken reduzieren, wie es in einer Mitteilung heisst. Nach Angaben von Agroscope führt dies zu einem strukturellen Defizit in gleicher Höhe und macht zusätzliche Massnahmen notwendig.
Ab 2027 will sich Agroscope stärker auf seine Kernaufgaben konzentrieren. Dazu zählen die Forschung zur Primärproduktion und zu den Umweltwirkungen der Landwirtschaft, gesetzliche Vollzugsaufgaben sowie die Politikberatung. Weitergeführt werden auch Aktivitäten zur Sicherung genetischer Ressourcen von Pflanzen, Tieren und Mikroorganismen.
In Posieux, wo ab Herbst 2026 unter anderem die Themenbereiche Milch, Milchprodukte und Käse angesiedelt sein werden, ist der Abbau marginal. Es werde eine Vollzeitstelle abgebaut, sagte eine Agroscope-Sprecherin gegenüber foodaktuell. Es handle sich um eine Reduktion der Forschung im Bereich Schutzkulturen für die Käsereifung, in der Entwicklung und Anwendung von Starterkulturen und in der Rohmilchverarbeitung.
Im Zuge der Fokussierung werden einzelne Forschungsgebiete reduziert oder aufgegeben. Künftig verzichtet Agroscope auf Forschung zu gesunder Ernährung und neuen Lebensmittelprodukten, alternativen Nischenkulturen, Gewürz- und Medizinalpflanzen sowie Vertical Farming. In weiteren Themenbereichen sollen die Aktivitäten teilweise angepasst werden.
Die Sparmassnahmen führen zu einem Abbau von 58 Vollzeitstellen. Dieser soll soweit möglich über natürliche Fluktuationen, bestehende Vakanzen und befristete Verträge erfolgen. Dennoch sind laut Agroscope 43 Mitarbeitende direkt von Stellenaufhebungen betroffen. Die Umsetzung erfolgt gemäss Sozialplan des Bundes.
Parallel dazu prüft Agroscope organisatorische und infrastrukturelle Optimierungen sowie eine verstärkte Zusammenarbeit mit anderen Forschungsinstitutionen. Die 2020 vom Bundesrat beschlossene Standortstrategie mit dem Campus Posieux sowie den Forschungszentren Changins und Reckenholz wird weiter umgesetzt.