Forschungsprojekt entwickelt tragbares Mini-Labor
Im Forschungsprojekt SENT-GC-MOS wird ein Systementwicklungstool für tragbare Gaschromatographie-Systeme entwickelt. Ziel ist die schnelle und kostengünstige Qualitätskontrolle von Lebensmitteln vor Ort.
Das Forschungsprojekt SENT-GC-MOS arbeitet an einem Systementwicklungstool (SENT), das die Entwicklung tragbarer Gaschromatographie-Systeme (GC) für unterschiedliche Anwendungen vereinfachen und kosteneffizienter gestalten soll. Beteiligt sind die Abteilung Qualitätserhalt Lebensmittel sowie der Lehrstuhl für Messtechnik der Universität des Saarlandes.
Im Mittelpunkt stehen neuartige Detektormodule auf Basis miniaturisierter Halbleitergassensoren sowie Präkonzentratoren zur Analytenanreicherung. Hintergrund ist der Bedarf der Lebensmittelindustrie an schnellen und ortsunabhängigen Verfahren zur Qualitätskontrolle von Rohstoffen und Produkten. Bisher kommen dafür häufig kostenintensive instrumentelle Analysen oder zeitaufwendige sensorische Prüfungen zum Einsatz.
Als Demonstrator entsteht das GC-Analysesystem «OxiVOC-GC». Es soll flüchtige organische Verbindungen (VOC) erkennen, die bei der Oxidation von Fetten entstehen, zum Beispiel bei Nüssen, sowie Schimmelpilzbefall identifizieren. Die Entwickler wollen damit Qualitätsveränderungen bereits erfassen, bevor diese vom Menschen wahrgenommen werden können. Als Anwendungsbeispiele dienen die Bestimmung von Fettsäure-Oxidationsprodukt-Schwellen und die Erkennung von Schimmelbefall in Lebensmitteln.
Das geplante System arbeitet mit gereinigter Luft als Trägergas, nimmt Proben kontaktfrei auf und analysiert diese mithilfe einer miniaturisierten Gaschromatographiesäule und eines Halbleitergassensors. Die Projektpartner erwarten, dass die frühzeitige Erkennung von Qualitätsveränderungen die Wettbewerbsfähigkeit von Lebensmittelherstellern und -verarbeitern stärkt. Darüber hinaus sollen die Ergebnisse auch auf weitere Branchen und Anwendungen im Bereich miniaturisierter GC-Detektorsysteme übertragbar sein.