Durch das Entfernen der Blüten von dauertragenden Erdbeersorten kann der Erntezeitpunkt nach hinten verschoben werden. So können Konsument*innen neu auch im Juli frische Bioerdbeeren aus der Schweiz geniessen.
Quelle: Thierry Suard, FiBL
Normalerweise gibt es Schweizer Bioerdbeeren nur von Mitte Mai bis Mitte Juni. Dieses Jahr kann man erstmals bis Ende Juli Bioerdbeeren aus Schweizer Anbau kaufen. Dahinter steckt ein von Coop finanziertes Forschungsprojekts des Forschungsinstituts für biologischen Landbau (FiBL), das gemeinsam mit Agroscope und dem Walliser Betrieb Biofruits umgesetzt wurde. Ziel war es, die bisherige Versorgungslücke nach der Hauptsaison ab Mitte Juni zu schliessen und die Verfügbarkeit einheimischer Bioerdbeeren zu verlängern. Gleichzeitig sollte damit die hohe Arbeitsbelastung in der kurzen Saison reduziert werden, wie das FiBL in einer Mitteilung schreibt.
Als Schlüssel zur späteren Ernte erwiesen sich dauertragende Erdbeersorten. Diese wurden im Frühjahr 2026 gepflanzt. Durch das gezielte Entfernen der ersten Blüten von Hand verschiebt sich der Erntebeginn in den Juli. Bisherige Ansätze wie spät blühende Sorten oder reflektierende Folien ermöglichten lediglich eine Verlängerung der Saison bis Ende Juni.
Für den Juli 2026 werden Erträge von fünf bis zehn Tonnen erwartet. Die Bioerdbeeren werden zunächst in Coop-Filialen der Romandie verkauft. Laut den Projektpartnern ist es erstmals gelungen, eine nennenswerte Menge Schweizer Bioerdbeeren nach der Hauptsaison zu produzieren und so Importe zu reduzieren. Bei wirtschaftlichem Erfolg soll die Anbaumethode künftig auch in weiteren Regionen der Schweiz eingesetzt werden.